HauschkaEs hat so etwas von Taktiktafel beim Fußball, wenn einer behauptet, Hauschka ließe auf „What If“ die (T)Räume weit offen. Klingt also komisch, ist es auch, ist aber tatsächlich doch auch exakt so. Denn: „What If“ beschäftigt sich mit nahenden Lemmingen, einer fernen, fremdelnden Zukunft, geht mit wahrscheinlich intelligentem Fortschritt in den Dialog (lassen wir nur die Definition dazu mal offen) und sucht obendrein noch nach dem faktischen Gefühl für alternative Welten.

„What If“ sinniert und spiegelt das alles (und sehr viel mehr) ganz ohne Worte. Außer in den Titeln der Tracks. Von „I Can’t Find Water“ über „My Kids Live On Mars“ und „I Need Exile“ schweben rote Fäden, bündeln und verknoten diese sich zu einer gemeinsamen Kraft und lassen im Bedarfsfall wieder alles lose zu Boden schweben. „What If“ legt sich nirgends fest, sondern funktioniert als Soundtrack für Kopf-Cinematiker ganz hervorragend. Dazu muss freilich niemand Welt(un)ordnungen studiert haben. Dazu reicht es zu begreifen, dass die Summe einzelner Teile zwar ein Ganzes, aber notwendigerweise noch lange kein Besseres ergeben müssen. Hauschka bildet das alles in Klängen ab, die nicht für eine Lichtsekunde nerven. Experimentell kann ja auch versöhnlich. Piano und Beats scheinen geprägt von einem Faible für Filmmusiken. Mehr musst du mit geschlossenen Augen eh nicht wissen. Apropos „geschlossene Gesellschaft“: Hauschka live am 6. April in der Elbphilharmonie. (kel)

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