Irgendwann nähert sich der kurze Marius Müller-Westernhagen-Gedächtnismoment. Genauer gesagt mitten im steten Seitenwind auf „Wilde Deutsche Prärie“ von Swutscher. „Von A nach B zu C“ kommt dort nicht nur als rastlose Gleichung und Sammlung von Fluchtmetaphorismen. Sondern schlägt auch die Brücke aus dem zeitgenössischen Ursprung im dreckigen Berlin zu einer Stellvertreter-Susi, die geradewegs bis heute gefühlt hinter der längst zerfickten Mauer auf den Moment lauert. Urkomischerweise beginnt auf „Wilde Deutsche Prärie“ ohnehin alles in einem staubigen „Im Westen“-Knick zwischen Dornen und verdorrten Rosen.

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Toblerone-Gebirge, entzündete Identitäten und gleich mehrere Teufel aus dem Detail begegnen uns derweil schon vor dem ersten Ton. Ein Szenario, das dich entweder aus deinem letzten Albtraum entlässt oder in die nächste Spelunke aka Bierstübchen führt. Beides die idealen Orte für Swutscher, die als Wandergesellen-Bohème durchgehen und tief versacken könnten. In der Musikbox einmal mehr Alben von Element of Crime zwischen den 20 Golden Greats aus Garagenrock, Surf, Swamp-Blues, Country, Polka, Postpunk und Chanson. Swutscher hören aber auch exakt an der wunden Stelle hin, wo andere längst das Hartz4-Filter zur Gefahrenabwehr einsetzen. Oder wo RTL nur noch sabbernd draufhält. Und auch dort, wo die nächste mögliche AFD-Wähler-Seele vielleicht noch vor dem verzweifelt sich anbahnenden sozialen Kältetod gerettet werden kann. (kel)

Swutscher live:  2. Juni Ellerdorf – Wilwarin Festival | 3. August Tossens – Andy ist auf einem Tennisturnier | 4. August Elsdorf – Oakfield Festival | 1. September Stade – Müssen Alle Mit Festival

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