Was dieses Nordlicht in den letzten Monaten erlebt hat, dem rennen andere bis an ihr Lebensende hinterher.

4. Platz beim ESC, Hochzeit und Vater ist er auch noch geworden. Klingt aufregend? Und wie! Bevor er am 21. November seine ausverkaufte Show im Gruenspan spielt, trafen wir uns mit Michael Schulte zur neuen Single „Never Let You Down“ und fragten mal nach, wie sich der Erfolg und das Familienleben so anfühlt.

Und für alle die keine Tickets mehr für den Herbst ergattern konnten, es gibt noch welche für das Konzert am 24. Januar 2019 in der Markthalle. Also schnell sein. Jetzt gibt es aber erstmal eine feine Schultelektüre:

Unfassbar, wie viel in dem letzten Jahr bei dir passiert ist. Was war dein Highlight in der Zeit?
Oh, es gab natürlich sehr viele Highlights. Die Geburt meines Sohnes war etwas ganz besonderes. Am Ende des Tages sein eigenes Kind in den Armen halten zu können, war ein Wahnsinnsmoment, auch wenn das ganz schöne Qualen für meine Frau waren. Auch in Lissabon auf der Bühne zu stehen und so viele Punkte zu bekommen, war ziemlich toll.

Du hast den 4. Platz beim ESC belegt. Wie hat die Teilnahme deine Karriere beeinflusst?
Der ESC hat schon ganz schön viel bewegt, noch mehr als ich eigentlich dachte. Dieses Jahr habe ich wahnsinnig viele Konzerte gespielt, vor teilweise 60.000 Menschen. Ich war in tollen TV-Shows und werde in den nächsten Wochen und Monaten auch wieder bei sehr großen dabei sein. Noch immer läuft „You Let Me Walk Alone“ im Radio hoch und runter. Und auch die neue Single „Never Let You Down“ habe ich dort schon gehört. Ich war ja auch bei allen Radiosendern zu Besuch. Und das ist eine Sache, die ganz schön toll ist, weil es echt schwer ist als Musiker da hinzukommen. Es gibt so viele tolle Musiker in Deutschland und nur eine Hand voll kann diese Chance im TV und Radio wahrnehmen.

Bisher wurdest du vor allem in Skandinavien und England gehört. Hat sich auch der Hörerkreis verändert?
Vor dem ESC waren tatsächlich England und Skandinavien auf der Eins, Deutschland hingegen nur auf Vier oder Fünf. Jetzt ist es schon so, dass Deutschland vorne ist. Immerhin haben bestimmt über zehn Millionen Menschen hier zugeschaut, mich in Zeitschriften und Berichterstattungen gesehen. Wenn ich durch die Straßen laufe, habe ich schon das Gefühl, dass ein Großteil der Menschen mich kennt. Mit meinen Haaren bin ich ja auch jemand, der auffällt. Auf Platz zwei folgt Holland, die ein bisschen im Schultefieber sind und bei denen der Song immer noch in den Top 10 ist. Danach folgt Schweden.

In Lissabon wirktest du unfassbar gelassen, egal ob beim Auftritt oder in Interviews. Was war dein Trick?
Das stimmt. Ich bin auch ein ruhiger und entspannter Typ. Gerade in Interviews und auch in all den Bereichen rund um den ESC habe ich so mein Ding gemacht, mich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Natürlich war ich vor dem Auftritt aber schon aufgeregt. Respekt ist da eigentlich das richtige Wort. Logisch, wenn man weiß, dass man gleich vor 200 Millionen Menschen live im Fernsehen singt. Vor normalen Konzerten bin ich eigentlich gar nicht mehr aufgeregt und gehe einfach auf die Bühne, um Spaß zu haben.

Deine aktuelle Single „Never Let You Down“ richtet sich aus Vatersicht an deinen Sohn. Wie hat sich dein Leben als Vater verändert? 
Vor einigen Wochen waren wir noch zu zweit und haben das gemacht, worauf wir Lust haben. Jetzt sind wir zu dritt und haben die Verantwortung für ein kleines Leben. Das war immer unser großer Traum und es ist wunderschön. Trotzdem funktioniert der Tag jetzt natürlich anders. Da ist ein kleiner, süßer Junge, der Bedürfnisse hat und um den wir uns kümmern müssen. Das muss man bei den Alltagsplanungen natürlich bedenken. Auch wenn man weniger schläft und das Leben zu Hause sich total ändert, ist es einfach das Allerbeste was uns je passiert ist. Insgesamt versuchen wir aber auch so viel wie möglich so zu machen wie wir es auch sonst gemacht haben. Heißt: sich nicht nur zu Hause verstecken, sondern Reisen, Essen gehen und Freunde treffen. Alles machbar, wenn man nicht allzu ängstlich ist.

In den sozialen Medien teilst du dein Glück mit deinem kleinen Luis ziemlich präsent. Wie wichtig ist dir eure Privatsphäre zu wahren?
Mir ist schon wichtig, dass man da kein Versteckspiel draus macht, sondern sein Leben lebt. Ich teile immer nur sehr ausgewählte Momente und zeige auch nie das Gesicht meines Sohnes, sondern immer nur wie er auf meinem Arm ist oder so. Als ich meine Frau kennen gelernt habe, wollte ich das alles noch nicht so nach außen kehren, aber irgendwann war es komisch, das komplett zu trennen, weil meine Frau der wichtigste Teil meines Lebens ist.

Familienleben heißt auch irgendwann mal den Kochlöffel schwingen. Zur WG-Zeit sah das eher etwas unbeholfen aus. Wie gut kannst du mittlerweile kochen?
Was heißt mittlerweile? Max kann nicht so gut kochen. Ich bin ja ein großes Kochtalent! Ne, ich bin jetzt kein leidenschaftlicher Koch, aber wenn man ein gutes Rezept hat, funktioniert das schon echt gut. Das größte Problem ist, wenn wir von der Reise nach Hause kommen, müssen wir erst noch einkaufen und können dann erst kochen. Daher kommt es schon vor, dass wir uns einfach mal schnell ins Restaurant setzen. So sind wir früher fertig und haben Zeit noch andere Sachen zu machen.

Erzähl mal von deinem Junggesellenabschied. Gab es eine absurde Aufgabe?
Absurd nicht unbedingt. Ich war mit meiner Frau im “La Sepia” essen. Auf einmal standen da Max und meine Jungs hinter mir und dann ging es auch schon los. Hafenrundfahrt, Lasertag und im Indianerkostüm mit Bauchladen wurde ich dann über die Schanze geschickt. Am nächsten Morgen musste ich allerdings um fünf Uhr zum Flughafen, um den Flieger nach Frankfurt zum Fernsehgarten zu nehmen. Das wussten die Jungs nicht. Natürlich war das irgendwie lustig und natürlich auch sehr anstrengend für mich. Die Party ging bis ich eben fliegen musste und als ich auf der Bühne stand, war ich bestimmt noch nicht wieder ganz nüchtern.

Mit welchen Plänen überrascht du uns als nächstes?
Jetzt folgt erst mal die Tour, danach noch eine Single und dann soll nächstes Jahr im Herbst ein neues Album kommen.

Interview Tanja Kilian

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