Ticket-Hotline: 040-343044 (Theaterkasse Schumacher)

SUCHE  

Chor des Monats: Oktober 2018

Der Oktober endete letzte Nacht mit Halloween. Insgesamt war der Monat jedoch überhaupt nicht gruselig. Was wir erlebten:

*** U2 (4.10., Barclaycardarena) U2, diese große Stadien füllende Band, die seit Jahren erfolgreich veröffentlicht und tourt. Ja, was soll man von denen noch erwarten? Hat man nicht alles bereits gesehen? Ich wollte gar nicht erneut zu einer ihrer Shows. Doch als sie eine – für deren Verhältnisse – „kleine“ Hallenshow direkt in meiner Stadt ankündigten, bin ich schwach geworden und habe mich in den Vorverkaufswahnsinn eingeklinkt… mit Erfolg: ein Innenraumticket für die Zusatzshow in Hamburg. Und ich war ganz nah dran. An der Band, die mich vor Jahren intensiv begleitete. In der Arena, die fast schon intime Atmosphäre aufkommen ließ. Sie spielten Hit um Hit und präsentierten eine gigantische Show für die Fans mit vielen Hamburgbezügen und einem Spektakel an Technik und Entertainment. Da fehltem einen die Worte. Eine Freundin sagte nach der Show so treffend: „das war so klasse, das reicht für die Ewigkeit!“. Recht hat sie. Das war (für mich) ein wunderschöner Abschluss mit U2 und ich bin happy, da gewesen zu sein. Ein unvergesslicher Abend! (cR)

*** Ólafur Arnalds (5.10., Elbphilharmonie) Ein kleiner Traum geht in Erfüllung: Arnalds im großen Saal des Prestigegebäudes. „Thanks for having me in this very expensive building!“ – eine Ansage, die den Ton des Abends setzte: Arnalds erzählt kluge, lustige Geschichten zwischen den großartigen Liedern, gespielt am Flügel, unterstützt von Elektronik, zwei selbstspielenden, asiatischen Klavieren, einem Schlagzeug und Streichern. Leider alles mit Verstärkern, was der doch so hochgelobten Akustik des Saals nicht wirklich gerecht wird, aber das ist Beschweren auf sehr hohem Niveau. (eh)

*** Biffy Clyro (5.10., Laeiszhalle) Auch wenn ich die Jungs lieber vollverstärkt auf der Clubbühne genieße und dabei richtig gern abrocke, so haben sie an diesem Abend in dem hübschen Ambiente der großen Musikhalle eine zauberhafte unplugged Show gespielt. Versammelt um einen großen Baum durch den magisch das Bühnenlicht fiel, präsentierten sie ihre schönsten Lieder ganz zart, teilweise unterstützt vom Publikumschor. Zum Dahinschmelzen. (cR)

*** Samiam (9.10., Logo) 30 Jahre Samiam wurde gefeiert. Und wie zu erwarten dachten sich die Herren dafür natürlich nichts besonderes aus. Sondern spielten einfach einen nicht mal wirklich bunten Querschnitt ihrer Diskografie, vieles stammte von „Clumsy“, „You Are Freaking …“ und „Astray“, zogen ihr Ding durch und ließen die 30 einfach mal egal sein. Genau richtig, richtig gut. Wie seit … ach, egal … (mf)

*** Therapy? (16.10., Knust) Und noch einer und noch einer und noch einer und … die – zumindest auf der Bühne – immer so gut gelaunten Obersympathen zockten neben neuen Songs einfach „Die Laughing“ und „Lonely Cryin‘ Only“ und „Misery“ und „Unbeliever“ (!) und „Trigger Inside“ und „Turn“ und „Opel Mantra“ und „Screamager“ (und ließen das Publikum singen) und  „Teethgrinder“ und „Potatoe Junkie“ und „Diane“ und „Stories“ und „Nowhere“ und „Knives“ und spielten einfach schon wieder ein nächstes Konzert des Jahres. Helden! (mf)

*** Joshua Radin + William Fitzsimmons (17.10., Mojo Club) „We’ll lullaby you to death!“, versprach Joshua Radin, der quasi die Vorband machte und Fitzsimmons setzte im Anschluss noch einen drauf: „We all be fucking depressed after this show!“ und meinte dies irgendwie im positiven Sinne. Dank extrem kurzweiliger Ansagen mit mehr als nur einem Augenzwinkern und – zwar extrem ruhiger – aber eben auch sehr schöner Musik war es letztlich ein ganz besonderer Abend. Und irgendwie sah beim Verlassen des Mojo niemand so richtig deprimiert aus. Ziel verfehlt, Ziel erreicht! (eh)

*** Slaves (22.10., Knust) Kurz und knackig. Voll auf die zwölf. Die zwei Herren verschenken ihr Herz und spielen, als ob’s kein Morgen gibt. Es wird gehüpft, geschrien, ins Publikum gesprungen, auf den Tresen geklettert, sich geküsst. Es fliegen Fäuste in die Luft und Herzen durch den Saal. Man muss sie einfach lieben! Kräftig, intensiv, leidenschaftlich. Das sind Slaves. Parallel dazu verfolgen wir das Auswärtsspiel des Lieblingsvereins. Dieser gewinnt an dem Abend und alle gehen glücklich nach Hause. So geht Montagabend! (cR)