Und dann steht der Typ, den du noch von Blackmail kennst, plötzlich mitten in der Lindenstraßen-Kulisse. Verkündet ziemlich viel mit „Love“ und Leidenschaft, dass Mutter Beimers Doppelherz überschwappen müsste vor lauter Gefühlsdichte. Wer alternativ  das offizielle Video zur unfallfreien Ballade goutieren möchte, findet 2000er-Jahre-Deftones-Plakate an kahlen Wänden und erinnert sich traurig bis wolkig an den seligen Guido Lucas.

Dass einer wie Aydo Abay zwischendurch auch immer schon die leisen Töne konnte (dieser Quantenseitensprung muss jetzt sein), bewies der Mann aus Koblenz ja auch schon mit dem weitgehend ironiefreien Abba-Cover „I Have A Dream“ so bummelig 2014. Dass das aktuelle Abay-Band-Album „Love & Distortion“ ein paar wenige sehr passgenaue Indie-Pop und Rockzitate für sich vereinnahmt, zwischen amerikanischen und besseren Träumen pendelt, den Rolling Stone zur Bewertung „gebrochene Schönheit“ verleitet und über alledem hypnosekompatible Hymnen und im bittersüßen „Lemonade“ ein richtiges Saxophon kann, das alles steht doch derweil eh mal außer Frage. Molotow | 16. März | concert-news präsentiert (kel)

Share.

Comments are closed.