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„Korean Bodega“

Was bisher geschah oder was wir zu wissen glauben: Laibach waren 2015 in Pjöngjang/Nordkorea zu Gast, um ein Konzert zu spielen. Was dort passierte, zeigte bereits eine eindrucksvolle Dokumentation und nun hat auch der langersehnte Soundtrack den Grenzzaun überwunden. Die Idee hinter „The Sound Of Music“ nimmt sich einen erzkatholischen Film zur Vorlage, der heimatlich-propagandistische Ideen in der Kulisse einer Familie Trapp und ihres allgegen(wider)wärtigen Kinderchores vom dunklen Keller bis hinauf zum Gipfel des staatlich-uniformen Irrsinns führt. Und der Impressionen einer künstlichen Welt hinterlässt, die einen ganzen eigenen Disney-Kontinent füllen könnten.

Wie Laibach dabei innerhalb ihrer gewohnt wuchtigen und ikonendurchtränkten Definition von Ironie über die Wiesen und bunten Kleider des Streifens aus purem „Colorado“-Geschmäckle walzen, ist das eine Ergebnis von „The Sound Of Music“. Dass dabei von den ursprünglichen volkstümlichen Versionen gar nicht so viel zerstört wird, wie man vielleicht vermuten mag, das andere. Dass unser slowenisches Künstlerkollektiv es darüber hinaus mit der kritiklosen 1:1-Übernahe von Texten nicht immer ganz so genau nimmt, verhilft nicht nur „Sixteen, Going On Seventeen“ zu ganz neuen und sehr speziellen kontroversen Perspektiven. So wirkt „The Sound Of Music“ selbst ohne die zu erwartenden Live-Visuals am 6. März auf Kampnagel insgesamt schon ganz schön clever inszeniert. (kel)