Nach ihrer energischen “What Went Down”-Tour, die mehrere Jahre ging, nahmen sich die britische Math-Rocker von den Foals eine verdiente Auszeit. Um uns nicht nur eins, sondern gleich zwei Alben in einem Jahr zu liefern!

Doch vor einigen Jahren war von dieser Ankündigung keine Spur. Als der Bassist Walter Gervers 2017 beschloss, die Band zu verlassen, änderte sich plötzlich die Banddynamik gravierend. “Walter war wie ein ältere Bruder. Er hielt uns davon ab uns zu streiten”, sagte Drummer Jack Bevan dem NME. Frontmann Yannis Phillipakis ergänzte: “Wenn dieser Teil fehlt ist es so als würden vier scharfkantige Typen in einem Raum sitzen. Wir mussten ziemlich schnell herausfinden wie wir weitermachen wollen bevor es sich zu einem unaushaltbaren Albtraum entwickelt.” Auch die Art, in der sie ihre Musik bisher geschrieben haben, musste durch Walters Abgang mit einem mal drastisch geändert werden. Sie mussten erst lernen, sich als Band neu zu kalibrieren und die Karten neu zu mischen. ”Wir konnten uns nicht mehr darauf verlassen, dass das meiste an Material beim Jammen entsteht”, sagt Phillipakis dem DIY Magazine. “Es würde einfach nicht mehr funktionieren.”

Also funktionierte es anders. Mit “Everything Not Saved Will Be Lost Part 1”, das im März erschien, haben die Foals ohne Zweifel eines der ambitioniertesten Werke ihrer bisherigen Diskographie veröffentlicht. Die groovigen Rhythmen, lebhaften Drums und flimmernden Synth-Melodien schreien förmlich: “Wir sind zurück!” In der ersten Single (“Exits”) wird über die Frustration der heutigen Gesellschaft und Ignoranz des Klimawandels gesungen. Das zeigt, wie stark die momentan hitzige und unsichere politische Stimmung auf Künstler abfärbt. “Man braucht nur die Zeitung öffnen und man liest dass all die Bienen sterben, Bürgerrechte ständig verletzt werden und die Welt da irgendwie durch muss. Ich denke einfach, dass jeder verzweifelt ist wie er damit umgehen soll.”

Gespannt auf den zweiten Teil, der nebenbei gesagt Rock-lastiger sein soll, kann man schon mal sein. Denn die Foals haben viel Veränderung durchgemacht –  doch am ende bleiben sie ihrem unverwechselbarem Rock Sound immer treu. Derzeit touren die Briten aus Oxford durch die Welt und spielen auch Festivals wie Rock am Ring und Rock im Park. In Hamburg kann man sich auf den 5. Juni freuen, da spielen die Foals in der Großen Freiheit 36. (ea)

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