Cigarettes. After. Sex. Klingt für böse Zungen nach Drei-Teile-Prinzip bei Kentucky Fried Chicken. Für andere nach der längsten Praline der Geld. Für die allermeisten wahrscheinlich aber nach Schlafzimmer-Sozialromantik, verschwendeter Jugend, Zungenküssen auf Aschenbecher-Niveau und klebrig zerfickten Ikea-Matratzen. Auf „Cry“, dem kürzlich veröffentlichten Nachfolger zu „Cigarettes After Sex“, haben die New Yorker Rotlichter um Greg „Androgynter“ Gonzalez nicht nur den einmal aufgenommenen Bondage-Faden weitergesponnen. Sondern mit dem mittig platzierten „Touch“ einen Hit von Welt produziert, den sogar das eigentlich formidable  Orchestral Manoeuvres In The Dark in einer schlechteren Welt mutmaßlich (und zugegeben ausnahmsweise) verkackt hätte.

Vorbei die Zeiten da The Cures „Disintegration“ im Rotwein-Vollbad herhalten musste, wenn die Liebe nur noch ein verklemmter Korken war. Dauerzustand statt Dauerständer, Tränen statt Säcke und ein eiskalter Lavastrom dem gar nichts heilig ist. Außer den zwei abendfüllenden Cigarettes After Sex-Langspielern. Oder dem Abend in der  Fabrik am 1. April 2020 (kel)

Share.

Comments are closed.