Über Psychotic Youth müssen wir nicht groß reden. Seit über 35 Jahren pop-punken sich die surfenden Schweden durch die Welt, schreiben Hits und machen Spaß. Legende? So was von. Mit “MTV” und so. Denn: “Summer Is On“. Und bald auch bei uns. Am 7. Mai schon spielen sie in der Molotow Skybar. Wird stark. Wäre auch stark: Wenn Sixteen Again wie geplant supportet hätten. Leider mussten sie die Show absage,
Aber: Wir reden trotzdem über sie. Sixteen Again kommen aus Hamburg und spielen ausschließlich Lieder der Buzzcocks. Oder wie sie es sagen: Die Powerpop-Classics der Buzzcocks – von “I Don’t Mind” über “Fast Cars” bis “Ever Fallen In Love” die Perlen der “Singles Going Steady”-Ära, verwegen interpretiert von Musikern aus den Reihen von Hunter Green, Jam Today, King Mary und Panicburg City.
Aktuell passiert das alles nur live. Nicht auf Platte. Noch nicht? Wir haben bei Drummer Ingo Scheel einmal nachgefragt.
Wer seid ihr, wie lange macht ihr und wieso gerade die Buzzcocks? Und: Gibt’s euch eigentlich nur live oder auch auf Platte?
Die Band besteht aus Nik, Gitarre und Gesang, Helge, Gitarre und Gesang, Koshi, Bass und Gesang, ich spiel Schlagzeug. Helge und ich kennen uns schon ewig, unsere Wege haben sich immer wieder gekreuzt. Die Idee, eine Buzzcocks-Coverband zu gründen, entstand praktisch zwischen zwei Schluck Glühwein. Helge und ich hatten uns länger nicht gesehen, Winter 2018 auf dem Christgrindel-Markt wiedergetroffen, da meinte Helge dann, wie ich die Idee finden würde, sich mal das Buzzcocks-Material vorzuknöpfen. Fand ich mega, ich war immer schon Fan der Band. Ein paar Wochen später haben wir uns zum ersten Mal zu viert getroffen, das funkte direkt. Im Sommer 2019 haben wir dann im Hafenklang als Support von Nasser Hund unsere erste Show als Sixteen Again gespielt. Das hat riesigen Spaß gemacht. Und kam ziemlich gut an. Nik und Helge spielen ja auch zusammen bei Hunter Green, Koshi ist ein alter Bekannter, hat früher u.a. bei Die Antwort gespielt, ist heute zudem mit King Mary aktiv. Warum die Buzzcocks? Macht ja sonst keiner. Im Ernst: Tolles Material, Hits in Reihe, absolutes Klassikermaterial, bislang von uns ausschließlich live zu hören.
Was ist das Schwerste daran, die Buzzcocks zu covern, und was macht am meisten Spaß, wenn man ihre Lieder spielt?
Das kann ich gar nicht so genau in Worte fassen. Das Material ist von den Melodien her natürlich super poppig, da muss man eine gewisse Power beachten. John Mahers Drumming ist zuweilen ganz schön kleinteilig, das habe ich versucht, etwas strammer zu ziehen. Und die Textmengen sind nicht zu unterschätzen. Davon abgesehen macht das Spielen dieser Klassiker einfach einen Riesenspaß. Wenn du einen Song wie “Ever Fallen In Love” oder “I Don’t Mind” oder “Everybody’s Happy Nowaday” so richtig auf den Punkt durchspielst, hat das seine ganze eigene Magie.
Wie kam’s zur Show mit Psychotic Youth, was erwartet ihr von euch und denen und den Zuschauern, und kennen die Bands sich eigentlich schon persönlich?
Nachdem wir im letzten Sommer zusammen mit Reiz im Molotow Backyard gespielt haben, hat man uns da wohl so ein bisschen auf dem Schirm. Wir wurden also netterweise angefragt, ob wir Bock hätten, Psychotic Youth zu supporten. Da sind wir natürlich gern am Start. Ich kenne die Band aus den 90ern von Mixtapes und ich meine, ich habe sie auch mal in Roskilde gesehen. Ich freue mich auf das Wiedersehen mit einer echten skandinavischen PowerPopPunk-Institution, darauf, dass möglichst viele Leute kommen, dass überhaupt wieder Konzerte so zahlreich möglich sind. Und persönlich kennenlernen werden wir die Jungs sicher bei einem kalten Soundcheck-Pils.
Interview: Mathias Frank
