Es ist ihre dritte Platte. Und es ist eine ganz, ganz tolle. Wieder einmal. Heute erscheint “Shine Away” von den wundervollen Naked Giants. Neun Songs stark (oder kurz), produziert von Dylan Wall im Seven Hills Studio in Seattle, beheimatet tatsächlich auf DevilDuck Records, unser Album der Woche. Natürlich. Weil das wieder so herrlich sympathisch und gleichzeitig mächtig schön ist, was der Dreier hier abliefert, weil das hier eine Platte zum Liebhaben ist. Eine Platte, die den Moment besser macht, die einen selbst glücklich macht – und mit der man gerne mal ein Bierchen trinken würde. Alternativ geht natürlich auch Bier beim Hören. Lecker.
Sicher ist auch “Shine Away” keine Gute-Laune-Platte, kein kitschiges Happy-Pop-Album. Und trotzdem macht es glücklich. Weil es berührt, weil man es versteht und sich verstanden fühlt, weil dieses Album so unglaublich viel Charme hat. Und damit ist nicht der berühmte Slacker-Charme verstanden. Bei allem Slacker-Charme, logisch. “Shine Away” ist ein nerdiges Indie-Album, das bei aller Reife immer noch an wie von drei jungen Grunge-Kids geschrieben und gespielt klingt. Ohne Konzept, ohne Absichten, aus dem Keller auf die Kellerbühne. In den Club. Und dann: schroten, zocken, grinsen, trinken. Lecker. Oder wie es Bassist Gianni Aiello sagt:
„Diese Songs spiegeln unsere Reise in der Musik und im Leben wider. Wir umarmen sowohl unseren jugendlichen Überschwang als auch die emotionale Tiefe, die mit der Reife kommt.“
Keines der neun Lieder ist ein schlechtes. Jedes ist für sich ein wunderbares. Ständig schön schroff, immer genügend roh, sehr melodisch, sehr lässig und dabei gerne auch mal einen Zacken schräger. Weezer-schräg mit Beck-Momenten und Glitterer-Rock. Vielleicht. Anderes kommt mit mehr Ideen oder auch mal weniger Tempo. Alles kommt sehr, sehr gut. Naked Giants kommen – bisher – nicht auf Tour. Das ist sehr, sehr schlecht.
