Harrison Storm klingt wie der Typ, den du nachts auf Dauerschleife laufen lässt, wenn die Straße endlos ist, irgendwo das Meer rauscht und die Gedanken größer werden als die Tankanzeige. Folk, klar, aber nicht dieser blasse Lagerfeuer-Folk, sondern einer mit Salzluft, Ehrlichkeit und ziemlich viel Gefühl.
Die Vorboten seines kommenden Albums „Empty Garden“ liefern genau das, was man an Harrison liebt: gradlinige Songs, die simpel wirken, aber nie eindimensional sind, tief greifen und immer wieder neue Facetten zeigen, wie eine warme Umarmung mit Nachhall. „Moon and Back“, „Someone Else“, „Temporary Else“, „For Your Love“, „Find a Way“ und „Follow On“, alles Tracks, die sich nicht anbiedern, nicht größer machen wollen, als sie sind. Sondern Songs, die einfach da sind, dich ein Stück mitnehmen und im besten Fall leichter zurücklassen, als sie dich gefunden haben.
Harrison hat seine Karriere auf den Straßen von Melbourne gestartet und genau diesen Ursprung hört man bis heute. Kein Kalkül, kein überproduzierter Folk-Glanz, sondern handgemachter Folk mit Charakter. Mit EPs wie Sense of Home oder Be Slow hat er sich seine Fanbase aufgebaut, mit Wonder, Won’t You das Fundament gelegt, und jetzt zeigt Empty Garden, wie sehr er seinen eigenen distinct sound gefunden hat.
Und live? Genau das, nur intensiver. 7. November, Mojo Club runtergedimmt, ein Künstler, eine Gitarre und plötzlich wird’s still, weil alle checken, wie direkt das trifft. Kein Tamtam, kein Schnickschnack, keine Fassade, nur Songs, die genau das halten, was sie versprechen.
Foto: Ain Raadik
