Die Welt konnte manchmal so einfach schwer sein, selbst in der Spex: “Seit drei Alben machen Low jedes Mal ihr bestes. Album. Dieses Mal auch”. An dieser Stelle lässt sich zuschließen, “Double Negative” auflegen und die Fresse halten. Oder Goldwaagen bestellen? Für jede unfertige Beschreibung der tonnenschweren elf Kapitel? Zerrissen, zerfickt, zerstört und die Bruchteile in Form von viel zu vielzackigen Puzzlestückchen wieder aus dem laufenden Ventilator pflücken. Bei ausgefallener Heizungsanlage, Wasser, Brot und Väterchen Frost.
Oder im Ernst jetzt: Wer beispielsweise von “Dancing And Blood” etwas anderes erwartet als (wahlweise) implodierende Sequenzen maroder Küchengeräte oder (qualweise) Szenarien aus sehr fernen Industrieruinen, befindet sich auf ähnlich verlorenem Posten wie möglicherweise heute schon Alan Sparhawk, Mimi Parker und Steve Garrington beim zukunftsfähigen Formen des nächsten Low-Langspielers. Shoegaze? Unseretwegen. Ambienter Folkabriss? Auch. Kunst? Sowieso. Oder warum klingt das in “Fly” für Augenblicke, als stünde Skunk Anansies Skin bis zu den Knien im Schlamm? Low | 8. Februar | Uebel & Gefährlich (kel)
