An Fleetwood Mac zu denken, kann schon bedeuten auf NDR 2, einem der illustren Oldiesender oder in einer Segelflieger-Dokumentation aus den Achtzigern gelandet zu sein. Die legendäre ZDF-Sportreportage schickte zum Beispiel den “Albatross” ins Rennen bis man ihn irgendwann nicht mehr schweben sehen konnte oder wollte.
Da stellt sich die Frage, ob solch musikalisches und kulturelles Heiligtum überhaupt in seiner grenzenlosen, himmelweiten Erhabenheit greifbar ist. Ist es. Erst recht bei einer intensiveren Betrachtung der durchaus brüchigen Geschichte Fleetwood Macs. Lee Ranaldo und J. Mascis sind jetzt das Wagnis “Tribut-Song” vorsichtig eingegangen und eröffnen mit dem stolzen Flattervogel relativ unaufgeregt einen 17-teiligen Reigen aus Geschichts-Episoden auf “Just tell me that you want me”.
Und wie gut sich das anfühlt, wenn “Billy Gibbons & Co.” (aha …), Marianne Faithfull, Lykke “Wieviel Hall geht noch so” Li, Tame Impala, The Kills, MGMT oder The New Pornographers an einer scheinbar fernen Generation Treibgut versuchen. Die Königsdisziplin “Tusk” darf von The Crystal Ark bewältigt werden und selbst mit dem überhörten “Gypsy” dürfen sich Gardens & Villa ganz erfolgreich herumplagen. 2013 wollen Fleetwood Mac nach zehn Jahren übrigens erstmals wieder auf Welttournee gehen. Phoenix und die Sache mit der Asche? Entdecker beginnen jedenfalls bereits jetzt lieber ihre Begegnung mit der Legende auf “Just tell me that you want me”. (kel)