Für gewöhnlich startet nach einer Bandauflösung das verbliebene Personal gerne mehr oder weniger vielsagende Egotrips. Im Falle Superpunk ist ja eigentlich auch der letzte Live-Akkord noch nicht wirklich verhallt, da steht mit Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen eine Erbengemeinschaft um Carsten Friedrichs am Start, die in jungfräulicher Unbefangenheit aus der tiefsten Seele heraus strahlt, sich in der besseren Idee von Spielsucht zurechtfindet, auf Pferdewetten setzt, bis in den Nachtbus hinein tänzelt und … Stop!
Sagen wir also mal so: Während Friedrichs’ Zeilen wie “Ich lass’ mich gehen in letzter Zeit” neulich noch ziemlich tief in das halbleere Glas starrten, ist heute keine Zeit für Trübsal-Standgebläse. Dass sich die musikalische Verpackung dabei nicht notwendigerweise mehr vom Vorgänger entfernt, als Friedrichs und sein Co-Ex Tim Jürgens es eben für gut und richtig befanden, stimmt traurige Gestrige vielleicht versöhnlich. Viel wichtiger aber ist doch: Zwischen (immer wieder) Fußball inklusive lokalem Hinterhof-Kolorit und allerfeinstem Fanblock-Humor, frisch geölten stampfenden Knien, wohligen Schauern und der strunzsympathischen Attitüde, Traurigkeit auch mal hemmungslos abfeiern zu können, wird noch mancher Liebeskummer profitieren. “Jeder auf Erden ist wunderschön” eben. Sogar du, sogar deiner. Und wie man über Pärchen im Park wirklich originelle Lieder schreiben kann, macht Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen gleich auch noch vor. Hafenklang | 27. Dezember | Tickets. (kel)
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