Im vorletzten Teil unseres kleinen Jahresrückblicks besinnen wir uns auf die Dinge, die sich eingeprägt haben – im positiven, wie auch im negativen Sinne. Hier also unsere Momente des Jahres und gleich hinterher unsere Flops des Jahres.
Nils (nsc):
Der Die Momente des Jahres sind für mich all die kleineren Veranstaltungen, die das Musikliebhaberdasein in Hamburg so schön und besonders machen: Passion Victim, Altonale Pop Nacht, Knust Acoustics, Wohnzimmerkonzerte, Hamburger Küchensessions, Dachgartenkonzerte am Ü&G, Konzerte bei Michelle Records und in der Hanseplatte, Müssen alle mit-Festival mit Radtour durch die KonzertKultour undundund. Ihr Veranstalter sorgt für die besonderen Momente. Danke!
Flops gab es einige: Thom Yorke’s überteuertes (wenn man die Vinyl wollte) und gar nicht mal so gutes “Tomorrow’s modern boxes”, die irgendwie halbherzig wirkende Fünf Sterne Deluxe-Reunion oder der dauer-rotzende Jochen Diestelmeyer bei der Blumfeld-Reunion (Igitt! Echt mal.) Mein Flop-Pokal geht aber an einen Teil des Hamburger Publikums, nämlich an die, die keinen Respekt vor Künstlern auf der Bühne haben, permanent reden und andere nerven. Und an die, die ganz zuhause bleiben und deswegen immer mehr kleine Konzerte sehr schlecht besucht sind.
Felix (fh):
Der Moment des Jahres war, als Win Butler sich während des ersten Liedes der Arcade Fire Show in den Graben und zu den Fans begeben hat.
Flop: “Faszination Weltraum” vom Farin Urlaub Racing Team. Davon habe ich mir definitiv mehr erwartet.
Tatjana (tk):
Der Moment des Jahres: Eike Bohlken nochmal am Bass erleben (Blumfeld, Markthalle)
Der Flop: Peter Hook in London. Wenn das Ian Curtis wüsste, wie seine Songs hingerotzt wurden.
Elena (eh):
Der Moment: Matt Berninger von The National will die Dunkelheit herbei singen und die Wolken ziehen wie befohlen zum Stadtpark. Als ”Vanderlyle Crybaby Geeks†angestimmt wird, weint der Himmel mit. Magisch. (The National, Stadtpark, 04.06.2014)
Flop: ísgeir – eigentlich hat der Isländer 2013 ein wunderwunderschönes isländisches Album gemacht, aber vielleicht liegt es an mir, doch auf Englisch will der Funke einfach nicht überspringen. Zuhause nicht wirklich, live erst recht nicht. Schade!
Hendrik (hw):
Der Moment: Wieder einmal das Immergut Festival. Jedes Jahr überzeugt die Indie-Institution durch ein grandioses Line-Up, das feuchtfröhlichste Fußball-Turnier der Welt, interessante Lesungen am Nachmittag und liebevoller Deko. Weiter so, Immergut.
Und der Flop: Kaiser Chiefs in der Fabrik. Wenn ich schlechten Stadion-Rock hören möchte, gucke ich mir Handy-Mitschnitte von Foo Fighters-Konzerten auf YouTube an. Dazu muss ich nicht in die Fabrik gehen.
Matze (mf)
Top: London, 4. Juli. “Spielen Faith No More da gerade einen neuen Song? Faith No More spielen da gerade einen neuen Song!”
Flop: London, 4. Juli. “Verdammt sieht Lemmy scheiße aus!”
Juliane (jb):
Moment des Jahres: Lang herbeigesehnt, das Konzert von Metronomy. Endlich in die blauen Augen von Joseph Mount sehen und Gbenga Adelekan am Bass erleben. Aber das sind auch schon die beiden einzigen Dinge, die mich davon abhalten, diesen Live-Auftritt hier als Flop des Jahres zu beschreiben. So wenig Kraft, so wenig Substanz als Live-Band. Aber: Erlebt!
Flop des Jahres Ein bisschen naiv muss man schon sein, zu glauben, dass das letzte Studioalbum (mit Ansage) nochmal was Großes, Schönes, irgendwie Neues wird – so wie es “Melody A.M.” mal war. Röyksopp klingen auf “The Inevitable End” einfach nur, als würden sie sich selbst langweilen. Ein sang- und klangloses Goodbye.
Dominik (ds):
Der Wacken-Moment, als ich auf dem ‘Holy Ground’-Camping auf dem Klappstuhl saß, die erste Dose Ravioli auf dem Gaskocher heiß gemacht habe und dazu das erste Bier getrunken, auf meinem ersten Wacken seit etwa 12 Jahren.
Flop des Jahres: In Flames