Reißerisch? Wir? Ach. Amerika ist pleite und Kurt Vile spielt schon lange nicht mehr bei The War On Drugs? Schlechte Nachrichten halt. Wie weit hinunter kann Bach also noch gehen? Präzise gesagt bis zur Asphaltdecke, auf der die drei verbliebenen US-Indierocker ihre zwölf Kurzgeschichten auf “Slave Ambient” horizontal ausbreiten.
Dass man dazu gerne am Steuer eines klappernden Fahrzeuges sitzen, Tom Petty und Arcade Fire hören und irgendwie mit landschaftlichen Weiten umgehen mögen sollte, ist staubtrockene Grundlage. Denn so sehr hier mancher Track seinen Weg zügig auf dem Mittelstreifen immer geradeaus sucht, sind weite Fluchten am Straßenrand als Sollbruchstellen gerne willkommen. Und wenn sich “Come to the City” mitten im Album nach zwei Minuten Dämmerung als Einfahrt in die Vorstadt entpuppt, ist die Welt mal noch lange nicht gerettet. Ganz im Gegenteil. 23. September | Reeperbahnfestival. (kel)