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Im Interview: Queens Of The Stone Age

Weiter geht’s. Wir haben euch gestern gewarnt. Am kommenden Donnerstag und damit bereits übermorgen spielen die großartigen Queens Of The Stone Age in der o2 World. Wir präsentieren und hatten die wunderbare Möglichkeit, mit Dean Fertita zu telefonieren. Der ist seit 2007 bei den Queens und spielt auch bei Bands wie The Dead Waether (mit u.a. Jack White von den White Stripes und Alison Mosshart von The Kills) und The Raconteurs. Und ist ganz nebenbei ein ziemlich netter Kerl.

Wie fühlt es sich an, in einer der größten Rock N Roll-Bands der Welt zu spielen?
Oh, das ist irgendwie eine schwierige Frage. Es ist selbstverständlich unglaublich aufregend, mit diesen Jungs zu spielen. Aber gleichzeitig schauen wir nach vorne und sind so fokkusiert darauf zu überlegen, was wir als nächstes tun, das „aufregend“ das falsche Wort ist. Ich schätze, ich kann die Frage nicht besser beantworten (lacht). Aber es ist schon großartig, gar keine Frage. Und ich liebe es.

Was hat sich in deinem Leben geändert, seit du bei den Queens bist?
Es sind zwei große Dinge passiert. Ich bin von Detroit nach Nashville gezogen und habe eine Tochter bekommen, die inzwischen zwei Jahre alt ist. Sonst aber hat sich gar nicht so viel geändert. Wir arbeiten eine Menge, so habe ich gar nicht die Zeit, verrückte Dinge zu tun oder so. Wir machen halt Musik und das habe ich vorher auch gemacht.

Mal eine persönliche Frage. Meine Tochter ist auch fast zwei Jahre alt und ich hasse es zu arbeiten, weil ich sie dann nicht sehe. Wie schaffst du es, um die Welt zu reisen und Platten aufzunehmen und ein Kind zu haben? Ist das sehr hart oder kennst du es einfach nicht anders?
Es ist der mit Abstand schwierigste Teil des Ganzen. Es ist sehr hart, nicht da zu sein. Und ich bin in einer Woche für acht Wochen nicht zuhause. Da wird man zu einem Facetimer und hilft sich mit Bildern und Videos. Aber, und das weißt du so gut wie ich, jeder muss leider arbeiten und am Ende möchte man etwas machen und seinem Kind zeigen, auf das man stolz ist. Und das motiviert mich sehr. Das was ich mache, ist das einzige was es rechtfertigt, so lange unterwegs zu sein.

Dann lass uns gleich beim Touren bleiben. Wie läuft das bei euch ab? Sehr professionell und jede trinkt nur Tee und Wasser oder feiert ihr noch wie 18-jährige Jungrocker?
Wir haben den Vorteil, keinen 9-to-5-Job zu haben. Und wir sind eine Rock N Roll-Band – (Pause & Schmunzeln) – aber wir möchten natürlich die beste Version dieser Band sein, die derzeit möglich ist. Und  wenn du dich sehr abschießt, kannst du einfach nicht jeden Abend bestmöglich spielen. Genau das aber ist uns am wichtigsten.

Du hast gesagt, ihr seid acht Wochen unterwegs. Ist es da schwer, jeden Abend motiviert zu sein?
Das Großartige an dieser Band ist, und jetzt komme ich doch noch mal auf deine erste Frage zurück, dass jeder so gut ist, dass wir Arrangements und Setlisten jeden Abend ändern und genug Dinge tun können, um nicht jeden Tag das gleiche Ding durchziehen zu müssen. Und das liebe ich!

Du spielst noch in ein paar anderen Bands, ist es da anders bzw. touren diese Bands anders?
Dead Weather sind da ganz ähnlich. Jack ist bekanntlich ein unglaublicher Musiker, einer der impulsivsten und spontansten, mit dem ich je gespielt habe. Ich hatte das Glück, schon mit vielen tollen Leuten spielen zu dürfen und alle irgendwie arbeiteten so ähnlich, aber doch wieder ganz anders. Wie soll ich das beschreiben? Es hängt halt immer ein bisschen von den Farben ab, mit denen du malen kannst.

Mit welchen Erwartungen geht man auf so eine Europa-Tour?
Ich versuche nicht zu viel drüber nachzudenken. Gewöhnlich passiert es eh nie so, wie du es dir vorgestellt hast. Also denke ich mir: Wenn du keine Erwartungenm hast, kannst du auch nicht enttäuscht werden. Diese Tour aber ist für uns wirklich aufregend, weil wir in so großen Hallen spielen dürfen und Orte besuchen, in denen wir vorher noch nie waren. Schon alleine diese Entwicklung zu sehen, wie es nach all den Jahren, in denen wir immer auf einem Level waren und die gleichen Hallen in den gleichen Städten gespielt haben, jetzt wächst und größer wird, ist wirklich motivierend und aufregend und macht uns sehr glücklich.

Was ist denn in den letzten Monaten passiert, dass jetzt alles größer wird? Ist es nur das Album, das dafür sorgt, dass jeder die Queens Of The Stone Age sehen möchte?
Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Ich würde gerne denken, dass es passiert, weil es diese Band 15 Jahre gibt und wir alle hart arbeiten, aber manchmal ist es vielleicht auch nur glückliches Timing. Ich glaube nämlich, dass das Album zur richtigen Zeit rauskam. Wir hatten ein paar Jahre nichts von uns hören lassen und dann waren die Leute natürlich sehr neugierig und vielleicht aufgeregter als sonst. Aber was es am Ende auch war, ich danke Gott dafür, dass es passiert ist (lacht).

Denkst du denn oft „Mann, das ist so gut, in dieser Band zu sein!“ und freust dich über den Erfolg oder nimmt man das gar nicht mehr so bewusst wahr?
Ein bisschen von beidem. Natürlich bin ich sehr dankbar, in dieser Band zu sein. Aber wir arbeiten immer weiter und haben gar nicht die Zeit, groß darüber nachzudenken. Wir alle wissen, dass der Erfolg ganz schnell wieder verschwinden kann, aber wir wollen es uns beweisen, wir wollen Dinge tun, die andere Leute nicht tun können, Orte spielen, die keiner spielt, mehr Shows spielen, ein neues Album machen. Weißt du, in 20 Jahren habe ich vielleicht mehr Zeit über all die coolen Dinge nachzudenken, ich gerade alle machen darf. Aber im Moment geht es nur darum, was als nächstes passiert.

Bald spielt ihr in Hamburg.
Hamburg ist wirklich eine der Städte, auf die ich mich mit am meisten freue! Denn als ich früher mit kleinen Bands in den kleinen Clubs bei euch gespielt habe und nach den Shows unterwegs war, waren die Leute und die Stadt immer großartig, ich freu mich wirklich!

Eine Frage muss ich noch stellen. Wie war es, mit Elton John zu arbeiten?
Irre! (lacht) Als ich sechs Jahre alt war habe ich Klavierspielen gelernt und hab mit klassischer Musik angefangen. Als ich dann neun oder zehn war bekam ich ein Elton John-Songbook und lernte seine Songs und merkte, dass Klavierspielen viel mehr Spaß macht, wenn man Rockmusik spielt. Und auch deswegen lernte ich danach Gitarre, also habe ich schon mal eine persönliche Verbindung zu Elton John. Und jetzt habe ich mit ihn zusammen auf einem Album gespielt. Er ist so ein professioneller und motiverender Typ und ein Vorbild, weil er immer noch besser werden möchte und dafür hart arbeitet. Dabei müsste er nichts mehr machen, aber er ist immer auf der Suche nach neuer Musik, nach neuen Dingen und spielt immer noch 150 Shows oder so im Jahr. Es war einfach fantastisch, mit ihm zu arbeiten und ihn kennenzulernen!

Interview: Mathias Frank
Live-Foto: Heiko Sehrsam (www.pics-hamburg.de)



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