Bürgermeister der Nacht CoverEtwas melancholisch und ziemlich schräg – so könnte man wohl den ersten Eindruck beschreiben, den Der Bürgermeister der Nacht beim Hören ihres Debütalbums “In Champagnerlaune” erwecken. Texte, die man nicht immer sofort kapiert, immer etwas intellektuell, aber mit einem sympathischen Augenzwinkern und mit einem Hauch Wut, sodass man nie das Gefühl hat, einem Klugscheißer-Duo gegenüber zu stehen.

Was Der Bürgermeister der Nacht antreibt? Kurz gesagt: Die Schlechtigkeit der Welt. Wie man dagegen ankommt? Das Geheimrezept lautet offenbar: Drogen, Bescheidenheit, Andersartigkeit.

Besangen Supershirt eins noch “8000 Mark”, geben sich Der Bürgermeister der Nacht schon mit “10 Euro” zufrieden. “Schmerz, Hunger, Sex: sonst bitte nichts” wird sich auch in “Paybackzeit in der Opiumhöhle” bescheiden gegeben. Statt überstrapazierte Popkultur-Zitate einsetzen, wird sich auf Walter Benjamin und Hubert Selby bezogen. Hier und da eine unaufdringliche Hamburg-Referenz eingestreut, das Ganze charmant im Lo-Fi-Stil instrumentiert, fertig ist die Hamburger Schule 2.0.

Wer sich an hingerotzten Punk nicht rantraut, wem Kettcar und Tocotronic gleichzeitig zu ernst sind, wer Lust auf ungewohnte Kunst in Musikform hat, der könnte mit “In Champagnerlaune” glücklich werden. (mu)

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1 Kommentar

  1. Lieber Matze, liebe Marisa, liebe anderen Schreiberlinge,
    ich habe Euren RSS-Feed abonniert. Und ich freue mich immer wieder über gute Tipps und Texte. “Der Bürgermeister der Nacht” hätte ich mir ohne Euch nicht angehört.
    Danke für Euren wertvollen Service!
    cheers
    Philibert

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