Ein bisschen Tricky, ein bisschen Band, ein bisschen Projekt. Und eigentlich gar nicht wichtig, wenn es Tricky selbst nicht wichtig wäre. Ist es aber, also heißt es Tricky presents “Skilled Mechanics” und das bedeutet: Tricky macht mit Freunden Musik. Die wir hier mal gandenlos abfeiern – und zu der wir bald live abfeiern werden. Am 26. Februar 2016 spielt Tricky im Mojo Club. Wir präsentieren, wir haben Bock drauf. Aber so was von!
13 Tracks sind auf dem Album und ohne jetzt jedes Tricky-Album zu kennen – die Dichte an großartigen Songs ist schon fast erschreckend hoch. Da weißte ja gar nicht mehr, was du am schönsten findest. Wenn du alles schön findest. Und schön ist es, was diese Menschen hier machen. Berührend, verwirrend, anstrengend, butterweich, aufregend – und schön.
Früher war Tricky mal Trip Hop. Gibt es Trip Hop noch? Heute und hier macht Tricky Popmusik. Mit Niveau, mit Stil, mit Köpfchen und Freunden. Oh Land darf das Album eröffnen, “I’m Not Going” ist ein relaxter und dabei unfasslich cooler Kopfnicker, ein perfekter Popsong und ein notorisch nervendes Monster. In einem. Mit seinem alten Wild-Bunch-Body und “Necessary” holt er alte Bran Van 3000-Beats raus und mit Francesca Belmonte liefert er ein betörend dunkles Stück Kunst ab. Atemberaubend.
Gleich danach braucht man genau den, “Here My Dear” geht in die Beine und die Birne, die Beats kommen mit mehr Dampf, wo geht’s zum Dancefloor? Auch bei “Beijing To Berlin” mit der chinesischen Rapperin Ivy oder dem abschließenden “Hero” lässt sich nur schwer ruhig bleiben. Und das tut dem Album gibt, diese wenigen Ausreißer zwischen dem monumental-melancholischen “Unreal” und dem schon vorab veröffentlichten â€Diving Away”, zwischen der außergewöhnlichen Klavier-Version des Stone Sour-Songs “Bother” und dem bedrohlichen “Boy”, machen das ganze rund. Und dieses Album zu einem mehr als verdienten ersten Album der Woche 2016. Frohes Neues Jahr. (mf)
