Wir waren kurz davor, schon wieder zwei Alben zu den beiden besten der Woche zu küren. Und auch noch zwei aus dem gleichen Sektor. Punkrock. Denn nicht nur die Bouncing Souls veröffentlichen heute eine neue Scheibe, auch die Descendents melden sich zurück. Aber Ende gewann der simple Fakt, dass die Bouncing Souls nach Hamburg kommen. Und die Descendents eben nicht. Selber schuld.
“Simplicity” ist das Einstands-Album von Drummer Georg Rebelo (Against Me!, Hot Water Music) – und es ist ein wahnwitziges gutes Album geworden. Es ist vielleicht sogar das beste Souls-Album der Welt. Und das will bei Vorgängern wie ”How I Spent My Summer Vacation†oder “Comet” echt mal was heißen. Aber “Simplicity”, meine Güte, was ein Brocken, was ein Punkrock-Manifest. Da haut einen sogar eine Ballade wie “Gravity” mit seiner Schönheit mal eben um.
Wobei es dann natürlich doch die krachenden Souls-Songs sind, die hoch melodischen Punkrock-Ballermänner, die schroffen Lieder voller Liebe, Lust und Leidenschaft. Lieder wie der Opener “Driving All Night” und das wahrlich euphorische “Euphoria” mit diesen perfekten Ohs und Ahs im Hintergrund, den preschenden Drums, den famosen Tempo. Punk? So!
Überhaupt, diese Chöre, dieses Hymnenhafte, diese berauschende Begeisterung, man hört sie immer wieder, sie machen die Bouncing Souls–Songs wie das oldschoolige “Writing On The Wall”, “Hey Aliens” oder dem Hochgeschwindigkeits-Statement “I Wanna Be Bored” so außergewöhnlich großartig. Und als ob das nicht reicht, mischen die Herren hier immer mal wieder gemäßigte Midtempo-Sachen wie “Satellite” oder das über-lässige “Hero Zero” ein, lassen uns verschnaufen und gleichzeitig genießen – und schaffen auch das vielleicht beste Bouncing Souls-Album der Welt ab.
Am 28. September spielen die Bouncing Souls mit The Menzingers in der Markthalle. Wir präsentieren die Show und – da wiederholen wir uns gerne – hauen in gar nicht langer Zeit mal ein paar Tickets für dieses gigantisch gute Punkrock-Doppel raus. (mf)
