Speziell oder “Scheissegal”? Eingenordet wird hier gleich zu Beginn. Die Hymne auf die Egalität sitzt, wackelt nicht und holt tief Luft. Hätte auch ins Finale gepasst. Hätte auch Hans Hartz gut zu Gesicht gestanden. Ist aber Rolf Zacher (9. November | Stage Club). Der hat mit seinen siebzig Jahren eigentlich schon vieles durch: gute Filme, miese Drehbücher, gebundene Biografie, Melancholie und Jerry Lee Lewis-Cover zum Beispiel.

Fehlt noch ein Album, auf dem der Charaktermime Kartoffelbrei auf “Die fetten Jahre sind vorbei” reimen, ein wenig im Badesalz der Erinnerungen baden, unpeinlich “C’mon” mitten ins Lied schreien und vor allem eigentlich alles darf. “Danebenleben” heißt das Werk, auf dem es nicht um richtige Töne geht, auf dem Springsteens “I’m on fire” eine Interpretation erfährt, wie man sie in karnevalistischen Zeiten morgens um neun Uhr in einer Karaoke-Spelunke auch erleben könnte. Vollkommener Irrsinn. Vierzehn Stücke lang, keinen Moment langweilig. Manchmal Abrechnung, dann wehmütiges Hörspiel. Manchmal fast ein Gebet, aber zumindest immer ganz nah dran an was auch immer und mit jedem hilflosen Tom Waits-Vergleich vollends unzureichend beschrieben. (kel)

Share.

Leave A Reply

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.