Nicht nur die Band, sondern auch das Album heißt Turbowolf. Und das beschreibt schon mal recht gut, was einen da nach dem Drücken der Play-Taste anspringt. Dem Longplayer-Debut der vier Rocker aus Bristol (UK) tropft nämlich die Tollwut vom Maul und seine Reißzähne schlägt es gnadenlos ins Trommelfell. Vom Sound her mit Wolfmother artverandt, aber eben mit zugeschaltetem Turbo. Es steckt auf jeden Fall Stoner Rock drin, Punk und Garage-Rock. Und interessant eingestreute, spacige, Synthie-Effekte. Es kommt trashig, rotzig und derbe aggressiv. Insbesondere an “A Rose For The Crows” kommt so leicht nichts vorbei. Ohrwurm und Pogo-Trigger in einem.
Das Geile daran: die Songs sind trotz des hohen Shredder-Faktors keine Nervensägen, sondern abwechslungsreich, verschieden, sauber produziert, aber nicht glattgebügelt, sondern mit einem gepflegten Rest Garagen-Muff. Man hat beim Hören das Gefühl, die Wölfe leben artgerecht und haben großen Spaß dabei. Und wenn schon aus der Konserve so ein Hammer-Drive kommt, wie müssen die dann erst live sein?
Diese Frage beantworten die Turbowölfe auf ihrer kommenden Europatournee garantiert. Hier am 29. Februar im Molotow (als Support von Pulled Away By Horses). Abwarten und Teetrinken empfiehlt sich aber nicht. Lieber anhören und Bier aufmachen. Das Album gibts seit dem 11. November entweder auf CD im schönen Papp-Case oder auf Vinyl. Bei dem geilen Artwork auch gut angelegtes Geld. Die Alternative: als Stream auf der Facebook-Seite. Großzügig sind die Biester also auch noch. (ds)