Glaubt man dem wunderbaren Cover von „Animal Joy“ von Shearwater, würde man vermuten, dass die Texaner auf ihrem neuen Album die Krallen ausfahren. Doch dies tun sie mitnichten. Dass es dennoch vor Energie und Kraft strotzt, zeigen die 11 Songs in verschiedenster Art und Weise.

Was im gleichnamigen ersten Song in ruhiger Folk-Atmosphäre beginnt, schaukelt sich mit starken Drum-Einsätzen und flirrenden Gitarren zu einem wahren Ohrwurm, der durchaus den Schritt auf die Tanzfläche zulässt. An den richtigen Stellen eingesetzte Bassläufe, melodiegebende Keyboardtöne und immer wieder die einprägsame Stimme Jonathan Meiburgs, geben Songs wie „Breaking The Yearlings“ ihre Kraft und Schönheit.

An anderer Stelle überraschen Shearwater mit elektronischen Momenten und bombastischen Melodien, die aus dem Country/Folkrock etwas ganz großes machen und einen bleibenden Eindruck in den Synapsen des Musikhirns hinterlassen. Etwa, wenn man bei „Immaculate“ denkt, das könnte auch in Wilco-Song sein. In anderen Augenblicken werden sie wieder lammfromm, mit seichten Pianoklängen wie Katzenpfoten. Dabei bleibt es textlich meist kryptisch bzw. offen assoziierbar.

Shearwater zeigen mit ihrem siebten Album „Animal Joy“ einmal mehr, dass sie wunderbare Melodien mit Seele und Herz ohne großes Brumborium können. Dass sie die wahren texanischen Sympathieträger sind, dass man sie gern auch mit ausgefahrenen Krallen durch den Raum schleichen lässt und sich freut, wenn sie auch mal einen überraschenden Sprung aufs Regal machen und den Blumentopf umschmeißen … 17. April | Prinzenbar | (ms)

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