Liz Green zu den ersten Hypes des jungen Jahres zu zählen, wäre vielleicht (noch) verfrüht. Vergleichsweise still erblickte das würdevolle Album “O, Devotion” Ende Januar das Licht der Regale. Und beschert Pias eine der schaurig-schönsten Stimmen seit langer Zeit.
Morbides, in sich geschlossenes Cabaret, dumpf polternder Chanson, analog rauschender Jazz – alles konstruiert mit scheinbar so traumwandlerisch einfach gehandhabten Werkzeugen, die jedes ausgedachte Drama mit irgendwo liegengebliebenem Dreck verquicken.
Und wenn dann doch irgendwo ein trübes, irres Licht am Ende des Tunnels zu flimmern scheint, könnte das durchaus ein bitterböser Trugschluss sein. Anders können wir uns die Zeilen “Here comes a candle to light you to bed / And here comes a chopper to chop off your head.” auch nicht erklären. Den Aufführungsort, das Uebel & Gefährlich am 9. März (Turmzimmer) indes schon sehr viel eher. Und mindestens genaus so schön: Liz Green gibt am selben Tag ein Schaufensterkonzert bei Michelle Records. Bleibt nur noch die Frage: Hätten Portishead vor über achtzig Jahren so geklungen? (kel)
