Während sich einige schier lebhaft an 1983 und das damalige Debüt-Album “Filth” der Swans erinnern können, klingelt es bei den damals erst geborenen in den Ohren und man haut sich wiedermal bestürzt an die Stirn mit dem Gedanken, in der falschen Zeit geboren zu sein. Doch glücklicherweise hat Musik auch eine zeitlose Komponente, denn in heutigen Zeiten lässt es sich so unproblematisch aus den Archiven (wieder)entdecken, dass man kaum eine Ausrede hat. Oder man hört sich einfach das neueste zweistündige Mammutwerk “The Seer” an (und geht zum einzigen Deutschland-Konzert auf Kampnagel).
Dieses zeigt in seinem Gesamten das 30-jährige Schaffen der Underground-Band zwischen Noise-Rock, No Wave und Folk-Rock auf und führt den erfahrenen oder Neu-Hörer in die tiefsten Tiefen und zu brodelnden Vulkanen, in deren Umgebung es zischt und raucht und nach Schwefel riecht. Düster, mächtig, angsteinflößend aber auch besänftigend und psychedelisch. Von der Presse höchst gelobt, Bandkopf Michael Gira nahezu vergöttert und deren Tourankündigung mit großer Erwartung erfüllt, spielen die Swans am Donnerstag (22. November) auf Kampnagel (Support: Sir Richard Bishop). Musikgeschichte hautnah! (ms)