Wenn in einem Song gleichzeitig die Sonne unter und am anderen Rand parallel wieder aufgeht, sind entweder Mächte im Spiel, von denen wir nichts wissen wollen. Oder Mire Kay erzeugen mit minimalen Mitteln wie Cello und glöckchenhellen Tasten eben diesen simplen Zauber. Vielleicht ist das aber auch wie, wenn Wasser in eine Wanne voller Erinnerungen hinein- und eben wieder hinaus fließt und einen verwirrenden Strudel hinterlässt.
Dass Mire Kay übrigens aus der längst vergangenen Band Audrey hervorgeht, dürfte nur noch wirkliche Nerds interessieren. Ist ja auch schon was her – so um die elf Jahre wohl. Auf “A rising tide lifts all boats” gibt sich indes das Artwork rätselhafter und nebulöser als jeder einzelne der elf leisen, fein gesponnenen Folk-Poesien. 10. April | Hasenschaukel. (kel)