Ja, wir schließen uns also an. Wir machen es wie so viele andere, wie fast alle. Auch wir feiern dieses Album ab. Langweilig? Nein. Notwendig. Weil “The Drama’s Done” von Idle Class eben so gut ist. So sehr gut und damit ganz anders als der erste Eindruck. Denn der war: Das rumpelt ganz schön. Macht doch mal entspannt. Klingt unfertig. Klingt nach Bandprobe.
Aber auch irgendwie ganz geil. Also wieder hören. Und wieder. Und irgendwann eine letzte Chance noch. Zehn Lieder. Am Stück. Jetzt aber. Und ja, jetzt aber. Jetzt wird’s geil, jetzt haben sie einen, jetzt mag man “The Drama’s Done”. Sogar ganz außerordentlich. Und versteht die anderen.
Idle Class veröffentlichen genau heute ihr ziemlich saustarkes Debüt und wer mit Bands wie Polar Bear Club, den Flatliners und natürlich Hot Water Music anfangen kann, der muss auch hier mal reinhören. Und sich dann dieses Album besorgen. Denn was die Münsteraner hier abliefern, ist dreckiger Punkrock in seiner feinsten Form. Gepaart mit einer herrlichen 90er-Jahre-Note, frühes New York, lärmiger Indierock. Bitte mal hier zwei Songs downloaden. Und den Trailer gucken.
Was sie hier machen ist gar nicht so neu. Das stimmt. Aber es ist so mitreißend. Es ist so direkt auf den Punkt und gleichzeitig voller verwinkelter Momente, kleiner Gassen neben mächtigen Geraden und bis in die kleinste Ecke liebevoll verziert. Denn all das Rumpelige vom Anfang, die ganze Hektik müssen wohl so sein, machen die Lieder besser. Mal ist das eine Melodie, die sich erst versteckt und einen dann mit Anlauf in den Rücken springt. Mal ist es ein Schrei, mal eine Wiederholung – und ganz oft sind es die Stimmen. Eine, zwei, drei, viel mehr. So klingt es. Egal. Der Idle-Class-Chor ist super, dieses Album auch und die Band sowieso.
Die übrigens ist neu. Nagelneu fast. Vor nicht einmal zwei Jahren kam sie zusammen. Und hat in dieser Zeit mit Samiam, Nothington, Captain Planet oder Apologies, I Have None gespielt, einen Deal mit Black Star Foundation (u.a.: Atlas Losing Grip, Holmes) ergattert, dort eine erste EP veröffentlicht und nun ein Album wie dieses gemacht. Mit dem sie am 2. Juni in der Rote Flora spielt. So was nennt man dann wohl Karriere. Made in Münster. (mf)