Also das hätten wir jetzt nicht erwartet. Klar, gut dürfte das neue Lagwagon-Album werden, das war klar. Weil ja eigentlich alle Lagwagon-Alben gut sind. Aber dass “Hang” so gut wird? Nein, das ist dann doch eine Überraschung.
Neun Jahre sind seit “Resolve” vergangen und manch einer hat nicht mehr mit einem Nachfolger gerechnet. Zu viel ist in der Vergangenheit passiert. Ein Bassist ist ausgestiegen (Gründungsmitglied Jesse Buglione), ein Label wurde gegründet (One Week Records), ein Projekt machte weiter Karriere (Me First And The Gimmes) und: ein guter Freund starb (Tony Sly). Das Makabere daran: vor “Resolve” starb damals Derrick Plourde, der ehemalige Schlagzeuger von Lagwagon.
Natürlich ist “Hang” durch diese vergangenen Jahre beeinflusst. Doch anstatt eines depressiven, melancholischen Albums haben Lagwagon ihr wohl kräftigstes, ihr härtestes und auch intensivsten Album gemacht.
Angefangen beim sofort alle Körperteile in Bewegung setzende, weil unglaublich groovende “Poison In The Well” über die Arsch tretende Gänsehaut-Hymne “Obsolete Absolute” (wohl einer der besten Lagwagon-Sonngs aller Zeiten!), das herrlich typische, verspielte “Burning Out In Style” und das wahnwitzige Pop-Punk-Monster “One More Song” bis zum dezent metallischen “The Cog In The Machine” bis zum famosen Highspeed-Rausschmeißer “Reign” – Lagwagon zeigen hier eine Klasse, die man in dieser Dichte seit “Hoss” nicht mehr von ihnen gehört hat, und legen dabei eine Vielfalt und kreative Meisterleistung auf den Plattendreher, die man so tatsächlich noch gar nicht von ihnen kannte.Und so staunt man auch nach unzähligen Durchläufen über dieses Album. Und freut sich auf die nächsten unzähligen Durchläufe … (mf)
