Noch gar nicht lange ist es her, da haben Feine Sahne Fischfilet ihr viertes Studioalbum „Bleiben oder gehen“ veröffentlicht. Das Album erreichte Platz 21 in den deutschen Charts und die zum Album gehörende Tour, die im Februar startet, war schon vorher zu großen Teilen ausverkauft. Auch für die beiden Konzerte in Hamburg, am 19. Februar im Knust und am 20. Februar im Uebel & Gefährlich, sind schon seit längerem keine Tickets mehr verfügbar. Wir präsentieren die beiden Konzerts und am Ende dieses Textes gibt es Tickets zu gewinnen.

Der Erfolg der Band war für uns ein guter Grund Monchi, dem Sänger von Feine Sahne Fischfilet, ein paar Fragen zum Album und zum Erfolg, zu Festivals und dem Verfassungsschutz zu stellen.

Ihr habt gerade das neue Album „Bleiben oder gehen“ veröffentlicht. Erzähl uns doch bitte zuerst etwas über den Arbeitsprozess am Album.

Also wir haben insgesamt über ein Jahr an diesem Album gearbeitet. Oftmals ist es so, dass Christoph, unser Gitarrist, mit einer ersten musikalischen Idee ankommt. Bei den gemeinsamen Proben hören wir uns diese Ideen dann an, setzen uns an einen Tisch und versuchen daraus zusammen ein Lied zu basteln. Manchmal habe ich dann schon einen Text, zu dem mir noch die passende Musik fehlt, manchmal schreibe ich oder andere Leute aus der Band dann einen Text, der zur Musik passt. Meistens kommt die Grundidee also von einer Person, aber wir machen dann gemeinsam ein Lied daraus.

An diesem Album haben wir auch für unsere Verhältnisse sehr lange gearbeitet. Wir haben Anfang 2014 noch ein paar Konzerte gespielt, aber dann so ab Februar/März eigentlich jedes Wochenende geprobt und neue Sachen geschrieben.

Was ist dein persönliches Lieblingslied auf dem Album?

Also das ist einmal „Ruhe“ und „48 Knoten“. Weil es einfach die persönlichsten Lieder auf der Platte sind.

Wie war eure Stimmung nach dem letzten Album und der ausgiebigen Tour? Hattet ihr direkt Bock weiter neue Musik zu machen?

Also so eine richtige zusammenhängende Tour, wie uns jetzt 2015 bevorsteht, haben wir ja bisher auch noch nicht gespielt. Aber seit 2013 waren wir nun wirklich fast jedes Wochenende irgendwo unterwegs. Das ist natürlich nicht nur geil und es gibt auch Momente, wo man echt am Ende ist. Solche Dinge haben wir nun auch auf der neuen Platte verarbeitet, wo es ja auch Lieder gibt, die eben davon handeln auch mal zur Ruhe zu kommen.

Bisher war es meistens so, dass, wenn wir uns denn mal eine oder zwei Wochen zur Ruhe setzen wollten, wieder eine geile Konzertanfrage bei uns ankam und wir die dann trotzdem angenommen haben. Das machen wir gerne und das bringt uns auch Spaß, aber trotzdem geht das auf Dauer ganz schön an die Substanz und so etwas kann man nicht immer durchhalten.

Erstmal steht jetzt die Tour an und ab April haben wir dann endlich mal so drei Wochen frei. Wir freuen uns natürlich auf die Tour, aber eben auch auf die Ruhepause danach. Denn kurz danach geht auch schon die Festivalsaison los.

Stichwort Festivalsaison: Kriegt ihr überhaupt viel von den Festivals mit auf denen ihr spielt?

Wir versuchen schon so viel wie möglich mitzunehmen und zu erleben, aber natürlich kriegt man das auch nicht immer hin. Meistens passiert das Ganze aber im Schnelldurchlauf: Man kommt an, geht auf die Bühne, spielt sein Konzert, kriegt die großartige Stimmung mit und fährt danach dann halt wieder ein paar Stunden nach Hause. Wenn man noch Zeit hat, schaut man sich gerne auch noch 1-2 andere Bands an, aber das wars dann meistens auch schon. Kurz gesagt: Wir versuchen schon, möglichst viel vom drumherum wahrzunehmen, aber das ist leider meistens nicht in dem Ausmaße möglich, wie wir uns das wünschen würden.

Wie hättest du denn reagiert, wenn man dir so vor 4-5 Jahren gesagt hätte, dass ihr mal auf den größten Festivalbühnen des Landes, wie bei Rock am Ring oder auf dem Hurricane Festival spielt?

Ich hätte der Person wahrscheinlich gesagt, dass sie dumm ist und, dass das ziemlicher Quatsch ist. Ich hätte das damals wohl ziemlich absurd gefunden und finde es ehrlich gesagt auch heute noch ein wenig absurd. Früher sind wir als Band durch die Dörfer getourt, haben gesoffen, gefeiert, scheiße gebaut und darüber gelabert wie geil es wäre, mal zwei Konzerte am Stück außerhalb von Meck-Pomm zu spielen. Und das ist gar nicht mal so lange her!

Also es fühlt sich auf jeden Fall absurd an, plötzlich so gefragt zu sein. Aber es ist natürlich auch ein verdammt geiles Gefühl!

In der letzten Zeit hattet ihr immer wieder Probleme mit dem Verfassungsschutz, der euch in seinen Berichten erwähnt hat. Wie fühlt man sich denn so als Sänger der „Gefährlichsten Band Mecklenburg-Vorpommerns“?

Für uns ist das irgendwie eine Form von Propaganda. An anderen Orten würde sich kein Verfassungsschutz für uns interessieren und es gibt in Deutschland bestimmt 500 Punkbands, die „gefährlichere“ Texte haben als wir.

Die Sache mit dem Verfassungsschutz ist ein zweischneidiges Schwert: Wir sind keine Band, die sich dadurch einschüchtern lässt. Wir gehen nicht geduckt, heulen nicht darüber rum oder hören deswegen gar auf Musik zu machen. Lieber nehmen wir das ganze humoristisch auf und verarschen das ein wenig. Auf der anderen Seite ist das natürlich eine Sache, die einen selbst irgendwie ankotzt, denn das sind ja trotzdem negative Sachen. Einige von uns haben bei ihren normalen Jobs auch schon Probleme deswegen bekommen oder wir hatten Probleme, eine geeignete Halle für unsere Albumreleaseparty in Meck-Pomm zu bekommen. Wir hatten eine geile Location und ohne das irgendwie bekannt gegeben zu haben, haben die Betreiber eine E-Mail bekommen, dass wir im Verfassungsschutzbericht stehen. Die Betreiber kriegen dann natürlich bedenken und Angst, was aber auch verständlich ist. Viel interessanter ist für uns aber beispielsweise: Woher weiß der Verfasser dieser E-Mail von unseren Plänen, ohne, dass wir sie bekannt gemacht haben? Da wird man schon etwas paranoid.

Im Endeffekt ist es halt nicht eine große Sache, sondern immer wieder kleine Nadelstiche aus der Richtung. Das ist eine langfristige Zermürbungstaktik, die aber bisher zum Glück noch nicht vollständig aufgeht.

Habt ihr euch beim Schreiben von irgendwem oder irgendwas besonders inspirieren lassen?

Das kann man nicht so explizit sagen. Wir haben das Album im Clouds Hill Studio in Hamburg aufgenommen, was natürlich schon ein besonderes Studio ist. Ich finde auch das zeigt den Fortschritt zu den vorigen Alben. Wir hatten aber natürlich schon die großen Platten im Hinterkopf, die in diesem Studio aufgenommen wurden. Wir haben uns dann natürlich schon irgendwo daran orientiert. Wir hatten aber auch einen grandiosen Produzenten dabei, den Torsten Otto, der auch schon mit den Beatsteaks und Findus gearbeitet. Er hat uns zwar nicht viel in unsere Arbeit reingeredet, aber wir finden diese Sachen halt auch geil und das hat uns schon irgendwie inspiriert. Aber wir hören uns natürlich trotzdem anders an als diese Bands und haben unseren eigenen Sound, auch wenn das ja alle Bands von sich behaupten.

Hast du persönlich denn ein musikalisches Vorbild bzw. jemanden, den du gerne mal treffen würdest?

(lacht). Udo Lindenberg würde ich geil finden. Oder die Prinzen. Mein Vater hat mich da sehr geprägt. Ein richtiges musikalisches Vorbild habe ich aber nicht wirklich. Aber Udo Lindenberg würde ich wirklich sehr gerne mal treffen. Ansonsten wüsste ich nicht, mit wem ich nicht schon mal gesoffen hätte (lacht).

Danke fürs Interview!

Wir verlosen für das ausverkaufte Konzert am Donnerstag, den 19. Februar, im Knust noch 1×2 Tickets und für das ebenfalls ausverkaufte Konzert am Freitag, den 20. Februar, im Uebel & Gefährlich sogar 2×2 Tickets. Um eine Chance auf die begehrten Tickets zu haben müsst ihr nur die Teilnahmebedingungen (HIER) beachten und bis Mittwoch, 12 Uhr, eine Mail mit dem Betreff „Feine Sache!“ an verlosung@concert-news.de schreiben. Gebt außerdem noch euren Namen und euren Wunschtermin an. Viel Glück! (fh)

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