Es ist so etwas wie ein Ritterschlag für The Prosecution. Chris#2 von Anti-Flag gibt sich auf ihrem neuen Album die Ehre und veredelt den Song “A New Sensation”. Und damit ein Musiker, der im Grunde ideal zu dieser Band passt. Musikalisch und menschlich, ein Punkrocker mit Kopf und Leidenschaft, politisch engagiert und motiviert.
Doch Moment. Auch ohne diesen Chris#2 wären die “Words With Destiny” absolut herausragend. Auch ohne ihn würden wir sie zu unserem Album der Woche küren. Weil diese Lieder, weil dieser Sound so herrlich ist, so viel Spaß macht, so spannend ist – und weil er uns (also mich …) wieder jung macht. Zumindest jünger.
The Prosecution nämlich zocken hier großartigen Ska-Punk, wie wir ihn früher alle abgefeiert haben und noch heute abfeiern. Hey Bosstones, hallo Voodoo Glow Skulls. Oder auch: frühe Rantanplan und böse Less Than Jake. Die Helden eben, die Großen. The Prosecution sind, kein Witz, genau so gut. Sie sind super und was sie hier machen ist noch besser als das, was sie vor zwei Jahren auf “At The End Of The End” gemacht haben. Hymnischer Punkrock, treffend genutzte Bläser, dreckige Vocals, wunderbarste Melodien.
“A New Sensation” – der Song mit Chris#2 – eröffnet direkt famos, siehe Video, “The Last Shot” folgt ebenso toll. Und gibt es ebenfalls im Video. Hier. Und der Rest? Verdammt, macht Spaß, bringt alte Säcke zum Tanzen, gehört gehört und besessen. Also bitte Album kaufen, Lieder wie das chillig-coole “The Big Bad White”, den Billy-Talent-Trompeten-Punkrocker “Shots & Sirens”, “When Sorrows Start To Follow” mit den 1990er im Blut und eben den ganzen Rest genießen und dann live gucken.
Und da ist das Problem. The Prosecution gehen auf Tour. Auf lange Tour sogar, aber ohne einen Hamburg-Termin. Was soll das denn? Die denken wohl, wir machen was sie wollen. Denken, wir fahren für sie am 14. Mai nach Kiel in die Schaubude. Wer kommt mit? (mf)
