Ein Album voller Cover-Versionen wird Album der Woche? Und das in einer Woche, in der auch Bands The Prodigy, Death Cab For Cutie, Love A oder Strung Out neue Platten veröffentlichen? Ja. Klar. Logisch. Muss. Geht nicht anders. Denn es sind Prong. Punkt.
Wie schon erzählt serviert uns der Dreier hier zehn Cover-Versionen unterschiedlichster Künstler und schafft es dabei, den Songs weder die Würde zu nehmen noch sie komplett neu zu erfinden, und macht auch ”Songs From The Black Hole†trotzdem ein neues Prong–Album und keine Compilation.
Viele der Lieder stammen aus dem Punk und Hardcore und dabei ausschließlich von früher. Der fulminante Opener ”Doomsday†von Discharge zum Beispiel, der Fast-Namensgeber ”Kids Of The Black Hole†von den Adolescents oder auch “Bars” von Black Flag und ”Banned In DC†von den Bad Brains. Und sie alle werden hier mit einer Inbrunst und Leidenschaft gezockt, dass man es kaum erwarten kann, sich Prong am 3. Mai im Knust anzuschauen.
Gleichzeitig und vielleicht noch mehr darf man sich auf die anderen Lieder freuen. Wie die lärmige, extrem-groovige Prong–Version von Sisters Of Mercys “Vision Thing”, das verspielte und sagenhaft aufregende sechs Minuten lange ”Seeing Red†von Killing Joke oder das euphorische ”Don`t Want To Know If You Are Lonely†von Hüsker Dü. Wahnsinnig gut, alle drei genannten Lieder.
Etwas aus der Reihe fällt ”Cortez The Killer†Neil Young am Schluss. Hier drosseln Prong das Tempo, hier wird es dunkler, nachdenklicher, hier fadet das Album langsam aus. Für meinen Geschmack etwas zu langsam. Denn so gut auch diese Version ist, so ein Ende haben die ”Songs From The Black Hole†nicht verdient, so ein Ende passt einfach nicht. Aber hey, wenn der Rest passt, wenn die ersten neun Songs begeistern, dann ist dieses Album ein würdiges Album der Woche. Auch in dieser Woche. (mf)
