Kurz geschaut. Kann das sein? Offensichtlich. 2006 erschien “My Republic” von Good Riddance. Heute kommt der Nachfolger. Neun Jahre und eine Trennung später. Da ist es nur logisch, dass man sich gefreut hat, als die Ankündigung kam. Aber Euphorie? Nein. Erstmal mussten die Herren liefern.
Denn neun Jahre sind eine lange Zeit und es wäre nicht die erste Reunion und nicht das erste Comeback-Album, die in die Hose gehen. Daher: Vorsicht, Good Riddance machen wieder Musik. Doch dann kam das. “Peace In Our Time“. Was für ein Monster, was für ein Meisterwerk. Selten haben eine Reunion und ein Comeback-Album solch einen Spaß gemacht!
Good Riddance nämlich schaffen ein Kunststück. Sie bleiben sich auf der einen Seite zu jeder Sekunde treu und klingen exakt wie früher, zur Hochphase des Punkrock-Hypes, als sie immer einen Zacken härter und böser als ihre Kollegen, als Green Day, The Offspring oder NOFX waren, als sie auch immer einen Zacken (bis zwei, drei, vier Zacken …) politischer, konsequenter und mehr Hardcore waren und auch deshalb zum Besten gehörten.
Und auf der anderen Seite klingen Songs wie “Dry Season“, ganz besonders “Grace And Virtue”, das ultra-straighte “Contrition”, das so erschreckend eingängige “Take It To Heart” und auch der ganze Rest so unfassbar frisch, leidenschaftlich und voller Euphorie. Und nicht nach einer Band, die mit “For God and Country” vor exakt 20 Jahren einen Klassiker schuf und die einen Sänger hat, der auf die 50 zugeht. Nein, so geht Punkrock 2015. Und auch so wird 2015 DAS Punkrockjahr. Siehe Teenage Bottlerocket, Millencolin, Strung Out … und Good Riddance. Live spielen sie das Groezrock in Belgien. (mf)
