
Kurz zur Geschichte. Superheaven hießen früher Daylight und machten ein wundervolles Album namens “Jar”. Ein Album voller Indierock, Punkrock, so etwas wie Grunge und ein bisschen mehr. Die Gaesteliste.de schrieb: “Irgendwo zwischen der Melancholie der Screaming Trees, der schroffen Leidenschaft von Nirvana, der Härte von Alice In Chains und der Eingängigkeit der Stone Temple Pilots. Dazu schroten sie Queens-Riffs, hauen Blink-182-Melodien raus, schauen auf den 1990er-Post-Hardcore der Ostküste und punkrocken im Stile von Samiam. Uff.”
Dieses “Jar” erschien im vergangenen Jahr erneut. Und jetzt gibt es den Nachfolger. Und der ist weniger bis kein Punk mehr, sondern der ist nahezu nur noch: Grunge. In dunkel, traurig, schleppend, aber kräftig und intensiv und manchmal fast schon euphorisch (“Gushin’ Blood”). Ach, das Ding ist einfach gut und weil Superheaven hier natürlich zu keiner Sekunde Alice In Chains nachspielen oder wie aus direkt aus Seattle eingeflogen klingen, stimmt das mit dem Grunge auch nur so ein bisschen. Aber Songs wie “Room” oder “Downswing” haben eben diesen Slacker-Charme, diesen Dröhnig-Dreckige, aber doch Wunderschöne. Was ganz besonders für das über sechs Minuten lange “From The Chest Down” gilt übrigens, ein Song, den sie ganz ans Ende der Platte gepackt haben, der aber wahrscheinlich der beste auf “Ours Is Chrome” ist.
Los geht es mit “I’ve Been Bored” und “Next To Nothing“, beide dürfen mit Klick auf den Titel gehört werden. Beide sind super und auch wenn es mit einem Beatsteak-artigen Riff losgeht, werden hier Freunde von Silverchair, den Screaming Trees und natürlich auch Alice In Chains und Kollegen mächtig glücklich. Und bleiben es die kompletten 43 Minuten. Versprochen. (mf)
