Hudson Mohawke, der Beatbastler aus Glasgow, ist mit einem neuen Album zurück. Und eines ist schnell klar: Auf “Lantern” ist nichts so wie es scheint. Während des Eröffnungstracks flüstert ein Kind den Namen des Produzenten, ein bisschen Lärm setzt ein, dann erklingen asiatische Flötenklänge und man denkt sofort: “Ja, da hat Hud Mo ein exotisch inspiriertes Electro-House-Album fabriziert, fein!” Nur damit dieser Eindruck beim nächsten Song schon zerstört wird.
Mohawke mixt munter Asiaklänge, Space Sounds, klassisches Electro-Gewummse, netten House und gefühlvollen RnB, wirft ab und an einen instrumentalen, entspannenden Ambienttrack ein, um direkt im Anschluss mit “Ryderz” eine Soulnummer nachzuschieben oder in “Scud Book” mit Hip Hop-Elementen zu spielen. Ist das diese Popkultur, von der immer alle sprechen?
Man wird den Eindruck nicht los, dass Hudson Mohawke alles zusammenmischt, was er je gehört hat und daraus einen neuen Brei mit Stückchen gemacht hat, den er dem Hörer entgegen schleudert. Jeder mit einem Herz für Pop kann darin seine perösnlichen Rosinen finden und rauspicken – denn trotz seiner heterogenen Zusammensetzung, ist “Lantern” insgesamt doch ein eingängiges Pop-Album geworden, auf dem Hudson Mohawke einmal mehr sein Gespür für Songstrukturen und Melodien unter Beweis stellt. Live gibt es Hudson Mohawke auf dem Melt! Festvial zu erleben. (mu)