Am Ende eines jeden Jahres bzw. mittlerweile zu Beginn des neuen Jahres, blickt man oft auf  die vergangenen Monate zurück. Besonders im Livemusik-Bereich tauchen dann überall Polls, Tabellen, Statistiken über die besten und schönsten Ereignisse in den verschiedensten Kategorien auf.

Wenn ich dies mache und gleichzeitig mit einem Konzertwunsch bzw. einem der von mir am meisten erwarteten Konzerte für 2016 verbinde, lande ich im August 2013. Ich sitze mit einem gutaussehenden jungen Mann im Fenster der Haldern Pop Bar und warte gespannt auf einen 27-jährigen Kanadier, der mir bereits vorher von vielen als “Next Big Thing” angekündigt wurde. Ankündigungen solcher Art mache ich selber und höre auch oft von anderen – und deswegen waren meine Erwartungen in dieser Hinsicht nicht allzu hoch. Und was dann kam, hatte aus meiner Sicht mit dem “Next Big Thing” auch nicht viel zu tun, denn dafür ist die Musik von Ben Caplan einfach zu speziell.

Ben CaplanAber es war definitiv einer der beeindruckensten Auftritte, die ich in den letzten Jahren sehen durfte, denn die Bühnenpräsenz, die der kauzige Kanadier an den Tag legte, ist wirklich einmalig.  Von der ersten Minute an schafft er es die ungeteilte Aufmerksamkeit seines Publikums auf sich zu ziehen. Und das liegt nicht an seiner Löwenmähne oder dem gigantischen Vollbart.

Flüsternd, singend, aber zumeist brüllend präsentiert er in einer unnachahmlichen Art und Weise mit seiner kratzig rauchigen, vermutlich whiskeygetränkten Stimme seine melodischen Folk-Songs. Und das Ganze auf fast schon unnormal sympathische Art und Weise. Er erzählt Geschichten aus seinem Leben, zu seinen Songs, interagiert mit seinem Publikum und hinterlässt, egal wo man hinschaut, Menschen mit glücklichen Gesichtern. Beim Haldern Pop damals übrigens nicht nur in der rappelvollen Haldern Pop Bar, sondern auch davor, wo hunderte Menschen versuchten, ein bisschen was von dem Spektakel im Inneren der Bar zu erhaschen.

Und auch da wäre es nicht Ben Caplan, wenn diese Menschen nicht auch auf ihre Kosten gekommen wären. Zum Ende des Sets nahm er kurzerhand seine Gitarre und spielte im Fenster der Bar stehend noch gemeinsam mit dem draußen wartenden Publikum einige Songs. Es war einfach perfekt.

Und selbst beim Schreiben dieses Artikels ist sie plötzlich wieder da, diese Gänsehaut, für die der Kanadier schon damals bei mir sorgte. Und deswegen, mein Tipp, geht MORGEN (12. Januar) in den Nochtspeicher! Dort wird Ben Caplan mit seinem aktuellen Album “Birds With Broken Wings” zu Gast sein, sich in eure Herzen spielen und euch einen unvergesslichen Abend bereiten. Versprochen! (sm)

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