DistelmeyerOld Fuchs Nobody, der Distelmeyer: „Tach zusammen, ich habe für euch eine Playlist mit meinen Lieblings-Coversongs zusammengestellt“. Sprach es aus und reihte Lemmy an die Queen, Sid an Sinatra. Und. So. Weiter. Am Ende fällt dann gar nicht mehr auf, dass „Songs From The Bottom Vol. 1“ phasenweise … langweilt?

Ach, komm. „Songs From The Bottom Vol. 1“ (erschien am Freitag) braucht seine Momente, hat sie dann und nimmt sie sich erst recht. Wie wunderprächtig Aztec Cameras „On The Avenue“ strahlt und wie schön der Jochen Distelmeyer das Wort „Avenue“ im Raum hinter sich lässt. Ironiefreiheit sucht ihre Grenzen. Soll sich das doch jeder selbst aussuchen und antizipieren. Und die Lagerfeuerästhetik? Wird schon im dritten Stück zu den Akten gelegt, weil „Video Games“ (ja, DAS „Video Games“) die Schöne und das Biest so nahe und fern zugleich gegenüberstellt, dass kein Gitarrenhals mehr dazwischen passt. Revanchiert sich die del Ray später im Jahr mit einem Cover über die „Diktatur der Angepassten“? Keinerlei Anstrengung braucht es, diesen mediokren Running Gag am Leben zu erhalten und bilaterale Möglichkeiten durchzudeklinieren.

Überspringen wir dagegen Britneys „Toxic“ und  Aviciis „I Could Be The One“ wegen akuter Egalität und wenden uns einem kleinen Schreckmoment zu. Eben noch lullt Pete Seegers „Turn, Turn, Turn“ gemächlich über die Blumenfelder, schon pfeift Distelmeyer sich im Intro zu „Bittersweet Symphony“ (ja, DAS „Bittersweet Symphony“) um Kopf & Klagen. Nur allerdings, um den Jahrhundertsong mal eben kurz jeder Aufgeregtheit zu berauben, was ihm außerordentlich gut steht. Was dem ganzen Album bestens steht. Was dem Konzert gut stehen wird: 9. April | Knust. (kel)

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