Ein starkes Band zerreißt nach Jahren des Streits endgültig. Der Schmerz verblasst nur langsam. Und nun das. Es ist wie das Atmen frischer Luft nach einem Regenschauer. Die Erinnerung an damals wird geweckt, ein Glücksgefühl entsteht. Aber es ist definitiv nicht dasselbe. Und genau das soll es auch gar nicht sein. Denn die DMA’s sind das Beste, was uns seit Oasis passieren konnte.
Nach dem grandiosen Konzert in der Hamburger Prinzenbar im letzten Jahr erfuhren wir von Gitarrist Matthew, wie sehr ihn der Vergleich mit der Gruppe stört, deshalb lassen wir das auch direkt unter den Tisch fallen. Die drei sympatischen Jungs aus Australien stehen nämlich ganz und gar für sich selber. Ihr Konzert im vergangenen November eröffneten sie sogleich mit ihrem stärksten Song “Feels Like 37” und lassen diesen Song in der Auswahl für ihr Debüt- Album vollkommen unberücksichtigt.
Das zeugt von Selbstbewusstsein. Zu Recht. “Hills End” ist eine starke Scheibe, die von Anfang bis Ende mitreißt und begeistert! Stücke der EP, zum Beispiel “So We Know”, wurden in ein neues Gewand gekleidet und dabei haben sie nicht an Charme verloren, sondern, wie bei diesem Song, an Intensität und Stärke dazugewonnen. Nachdem die Tour der DMA’s in England komplett ausverkauft war, geht der Siegeszug um den Globus nun weiter.
Am 7. Mai kommen Thomas, Johnny und Matthew nämlich endlich zurück nach Hamburg, dieses Mal ins Molotow. “Ja, endlich”, werden alle einstimmen, die in der Prinzenbar Zeuge davon wurden, wie sie mit einer nur 10 Stücke umfassenden Setlist die Messlatte für ein intensives Konzerterlebnis verdammt hoch legten. Kein Gepose, hier geht es wirklich um Musik. Wenn Thomas ohne jede Bewegung seine kraftvolle Stimme in den Raum entlässt, erinnert er an Liam Gallagher, das muss hier zugegeben werden.
Matthew erklärte uns, dass die Faszination für Britpop von Thomas ausgeht, währenddessen ihn das ganze kalt lässt. Aber es spricht auch nichts dagegen. Jeder hat seine Vorbilder. “Und wenn du mich küsst”, singt Felix Brummer von Kraftklub. Nun, er wurde geküsst, Noel schreibt trotzdem keine Songs für Liam. Das überleben wir. Und fiebern dem 7. Mai entgegen, an dem folgender Chor aus dem Molotow schallen wird: “Cause all I want is gone away, gone away, gone away and all I want is you to stay, you to stay”… (rb)
