Wir nun wieder. Können uns wieder nicht entscheiden. Was machen wir? Wir machen einfach. Und küren “To Be Everywhere Is To Be Nowhere” von Thrice UND “All Our Gods Have Abandoned Us” von Architects zu unseren Alben der Woche. Weil beide unfasslich gut sind, weil man beide haben muss, lieben wird, ab heute jeden Tag hören darf.

ThriceThrice also sind zurück, die Pause, die 2011 begann, ist beendet. Und verdammt, sie hat der Band gut getan. Auf ihrem nun achten Album (wenn man das vierteilige “The Alchemy Index” als ein Album sieht) legen die vier Herren eine Intensität auf den Plattenspieler, die das Vinyl zum Schmelzen bringt. Echt mal, das ist so unglaublich, jede Note, jedes Wort, jeder Moment klingt nach dem letzten, dem wichtigsten. Thrice, echt mal, ihr seid so gut.

Blood On The Sand” zum Beispiel. Ich hab’s im Auto gehört. Und geschrien, gebrüllt, auf alles gehauen, was ich fand. Die Leute? Haben geguckt. Und ich hab gelacht. Laut und herzlich und dankbar. Gleich mal wieder hören. Und die Gänsehaut ist zurück, die Euphorie. Der Körper kommt in Bewegung und das Herz auch.

Und der Rest? Auch geil. Alles. “The Window” zum Beispiel, Midtempo, ein ganz bisschen Pop, ganz viel Leidenschaft, ganz viel Groove. Alter! Oder “Death From Above”. Dieses ruhige, bedächtige und nur zwischenzeitlich schroffe “Death From Above”. Kein Ausreißer übrigens, Hardcore ist nicht, Thrice machen es mit viel Gefühl und nicht nur mit Tempo und Härte. Auch ein “The Long Defeat” oder ein “Black Honey” sind nicht hart. Aber? Genau. Betörend, aufregend, sensationell schön.

ArchitectsEbenso aufregend und auf seine eigene Art schön ist auch der neue MathPostMetalCore-Brocken von Architects geworden. Und vielleicht sogar noch ein bisschen besser als der schon sehr tolle Vorgänger “Lost Forever // Lost Together”. Dabei geht die Briten hier keine ganz neuen Wege, der Opener hier (“Nihilist”) erinnert durchaus an Songs von damals, an einen Kracher der Marke “Naysayer“. Aber doch wagen die Briten auf “All Our Gods Have Abandoned Us” gefühlt mehr, machen manches anders, anderes besser. Verspielt sind sie hier, drosseln und ziehen an, wechseln den Sound, werden böse und traurig, euphorisch, emotional und düster.

Auf das brutale “Deathwish” folgt das anfangs bedrohliche “Phantom Fear”, das auch ohne Tempo mit seiner Kraft wuchert, “A Match Made In Heaven” ist so straight wie verkopft und so Nackenbrecher wie Genussmittel in einem. Hier läuft das Video. Verzweifelt schön und voller Herz und Schmerz kommt “Gone With The Wind“, atemberaubend und ergreifend wird es am Ende, wenn “Momento Mori” über acht Minuten läuft. Berührt, begeistert und fordert. Monster? Monster.

Live gibt es Architects zusammen mit unter anderem Killswitch Engage, Atreyu und August Burns Red am 7. Juni in der Großen Freiheit 36. (mf)

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