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    Ein Sturm zog auf …

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    By Matze on 3. Juli 2016 Festivals, Impressionen, Konzertreviews

    02Wer sich ein wenig mit Festivals beschäftigt, hat zum Beginn der Woche sicherlich schon so einige Wasserspaßbilder in seinem Stream gefunden. Nach dem Desaster von Rock am Ring stand nämlich auch das Hurricane Festival unwetterbedingt kurz vor seinem Abbruch, sodass die Fans auf einen großen Teil des Programms verzichten mussten.

    Dabei fing es am Donnerstag so gut an: Das Wetter war windstill und kratzte an der 40 Grad-Grenze – und wer den sagenhaften Sonnenuntergang nicht mitbekommen hat, ist selber schuld. Auch der schöne General Romano wusste während der Pre-Party, wie man die Leute auf Temperatur bringt. Das erste und sicherlich schlimmste Unwetter fegte dann spätnachts über den Campingplatz und zerlegte gut die Hälfte aller dort stehenden Pavillons in weniger als 30 Sekunden. Rekordzeit!

    Freitag Morgen bot sich dann ein Bild, das man normalerweise nur am Montag nach dem Hurricane Festival sieht. Zerstörung, soweit das Auge reicht. Dann die erste Hiobsbotschaft: Die White Stage ist mit Wasser zugelaufen und konnte nicht bespielt werden. Mein Herz blutete – vor allen Dingen wegen der damit verbundenen Absage von Yeasayer. Gegen 18 Uhr wurde dann auf allen Bühnen verkündet, dass das komplette Programm wegen weiteren Unwettern vorerst eingestellt werden müsse. Die Evakuierung von mehreren zehntausend Leuten lief überraschend friedlich und zügig. Sie war mehr als gerechtfertigt – die herunterkommenden Wassermassen sind kaum in Worte zu fassen. Der Einsatzbereitschaft von THW und Feuerwehr ist es zu verdanken, dass die größten Acts am Freitagabend doch noch zum Zuge kamen. Zwar blieb die White Stage geschlossen, aber immerhin konnten die Besucher die gewohnt atemberaubende Feuershow von Rammstein oder die Abrissparty von K.I.Z. genießen. Es sollten die letzten Konzerte für einen längeren Zeitraum werden.

    06Was am Samstag los war, kann man am besten mit durch den Hashtag #HurricaneSwimTeam in Erfahrung bringen. Wer nicht schon die vorzeitige Abreise angetreten hat, machte tagsüber aus der Not eine Tugend und übte sich im Schwimmen, Surfen, Rudern und Angeln. Währenddessen wurde gefühlt zu jeder weiteren Stunde der Einlass zum Festivalgelände nach hinten geschoben, bis abends um zehn auch der letzte überzeugt wurde, dass es wohl nichts mehr wird. Kein Offspring, kein Prodigy, kein Axwell /\ Ingrosso. Den Spaß haben sich die meisten trotzdem nicht verderben lassen – was nebenbei ein großer Verdienst der Motorbooty-DJs auf dem Campingplatz war. Man hat gemerkt, dass das Publikum nach lauter Musik geradezu gedürstet hat und sich dementsprechend ekstatisch bis tief in die Nacht hinein zu den DJ-Klängen im Schlamm suhlte. Zu dieser Zeit regnete es bereits zwölf Stunden, fast ohne Unterlass.

    05Sonntag Morgen kam dann die erlösende Nachricht, dass das Programm normal fortgesetzt werden würde. Das Wetter spielte mit und die Übriggebliebenen waren seit zwölf Uhr Mittags heiß auf jede einzelne Band. Sehr zur Freude von X Ambassadors, die trotz des zeitigen Slots bereits Tausende Leute zum Tanzen brachten. Der Rest des Programms bestand aus soliden Auftritten festivalerfahrener Acts wie Zugezogen Maskulin, Deichkind oder den Headlinern Mumford And Sons. Einzig der abschließende Gig von HVOB war deutlich zu leise – aber wirklich gestört hat das dann auch niemanden mehr.

    Und so habe ich diese Ausgabe des Hurricane Festivals als eine der friedlichsten in Erinnerung: Das Publikum war zwar wie immer am Eskalieren – aber auch sehr dankbar, dass das Festival weiterhin stattfand.

    Text: Danilo Rößger

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