Mitte November erschien das neue Album der Sleigh Bells bei uns. “Jessica Rabbit” ist das vierte Album im achten Bandjahr und erneut nichts für zu schwache Ohren. Zwar arbeiten Alexis Krauss und Derek E. Miller immer mit zuckersüßen Pop-Melodien, doch werden diese in ein chaotisches Musik-Korsett gesteckt, das ganz sicher nicht jedermenschs Sache ist.
Gut so, denn Einheitsbrei gibt es wahrlich genug und die Sleigh Bells geben sich alle Mühe, sämtliche Pop-Regeln der letzten 50 Jahre zu brechen. Dazu holte sich das Brooklyner Duo auf “Jessica Rabbit” mit Mike Elizondo erstmalig einen externen Produzenten ins Team, der vorher unter anderem Dr. Dre oder Fiona Apple produzierte. Das klingt nur im ersten Moment seltsam, denn tatsächlich lassen sich die Sleigh Bells hier ganz gut in der Mitte einordnen. Dazu wurden die Gitarren zurück und die Beatpads lauter gedreht, so dass sich die Melodien ihren Weg durch ein moduliertes, scheinbares, Durcheinander manövrieren, dass es nur so eine Freude ist. Eben noch fast fröhlich, klingt es im nächsten Moment geheimnisvoll, oder gar unheimlich, immer aber sehr individuell. Den Sleigh Bells kann man in der heutigen Musiklandschaft durchaus ein Alleinstellungsmerkmal zusprechen.
Im Februar kommt die Band für eine exklusive Show nach Deutschland – und die findet in Hamburg statt. Vorher könnt ihr euch hier einen Eindruck der Live-Qualitäten der Band machen, die kürzlich bei Steven Colbert zu Gast war und sich da von der eher zahmen Seite zeigte:
Die Sleigh Bells spielen am 13. Februar 2017 im Uebel & Gefährlich. Tickets bekommt ihr bei der Theaterkasse Schumacher. (nsc)
