Mew_FrengersVöllig egal, was Mew heute tun und lassen. 2003 und 2006 war der Drops eh schon lecker gelutscht. Mit dem Album “Frengers”, einem hoffnungsvollen Wortgeschöpf aus “Friends” und “Strangers”, das noch heute zeitlos zu fast jeder Lebensgeschichte passt. Und mit einem Auftritt beim Immergut Festival 2006, der spätestens nach ihrer Überhymne “Comforting Sounds” keine weiteren Fragen nach irgendwelchen Höhepunkten mehr erlaubte. Nicht mal im Zelt.

Apropos sich erlauben: “Comforting Sounds”, dieses überwältigende 8:53min-Album- und Konzert-Finale, nimmt sich handgestoppte vier Minuten und einundzwanzig Sekunden weinend Anlauf in der Dunkelkammer. Warum nicht länger? Weil wir hier nicht bei Sigur Ros sind. Weil Fenster aufgerissen gehören. Weil die Welt den Schmerz ja auch mal mittragen kann. Oder: Weil sekundär betrachtet das Leben doch ganz schön ist. Und weil “Comforting Sounds” dem Toastbrot im Regen nochmal dicke Schichten Marmelade gönnt. Aber auch weil “Comforting Sounds” sein Selbstmitleid zwischen 3:53 und 4:20 bis über jeden Geduldsfaden hinweg ausreizt. Das bekamen zur selben Zeit nur Snow Patrol mit „Run“ ähnlich famos hin und schon gar nie nicht die dämlichen Coldplay. Ab 6:21 dann übrigens der Abflug ins All.

Mew schweben am 26. Mai im Knust und am Wochenende direkt darauf in Neustrelitz beim Immergut Festival 2017. (kel)

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