The Dears HamburgAls vor etwa zehn bis zwölf Jahren die Britpop-Welle so richtig tobte und sich jede zweite Band einen Namen mit einem “The” davor gab, tauchte auf den Indie-Parties der Welt auch dieses seltsam sphärische Keyboard-Riff auf, das einen in einen traurigen Song mit Namen “Lost In The Plot” einsog und alle melancholisch veranlagten TänzerInnen auf den Tanzflächen vereinnahmte. Die Band dazu nannte sich The Dears – die Schätzchen, ein viel zu niedlicher Name für die fast schon introvertierte und traurige Musik.

Die Stimme von Sänger Murray Lightburn klang damals nach Morrissey und auch The Cure oder Joy Division ließen sich als Einfluss ausmachen. Der ganz große Erfolg blieb für das kanadische Quintett leider aus, obwohl ihre Alben regelmäßig für Kritikerpreise nominiert wurden. Vielleicht sind Lightburns Einflüsse zu vielfältig, er selbst zu sehr Perfektionist, um lediglich auf monetären Erfolg zu schielen. Finden sich in der Musik der Band mit einer breiten Palette von Indierock, Gospel, Soul und Popmusik doch gleich so viele Spielarten wieder, dass man sich besser ein wenig Zeit nimmt, um sich mit dem Schaffen dieser Ausnahmeband zu beschäftigen.

Anfang Februar erschien hierzulande das sechste Album “Times Infinity Volume One”. Eigentlich bereits 2015 in Kanada erschienen, brauchte die Platte ein wenig, um auch hier anzukommen. Stilistisch bezeichnet die Band aus Montreal den Sound als “utterly chill while staying true to the band’s tradition of embracing our refined yet sloppy roots”. Gerade wurden die Arbeiten am zweiten Teil abgeschlossen, der noch in diesem Jahr erscheinen soll. Doch vorher bekommen wir noch eine der seltenen Gelegenheiten, die Band live zu erleben, wenn The Dears auf ihrer kurzen Europatour einen Halt in Hamburg einlegen. Am 17. Februar spielen The Dears im Nochtspeicher. Tickets bekommt ihr bei der Theaterkasse Schumacher. (nsc)

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