Candelilla_Caping_AlbumcoverDie weltgereisten und hitzebeständigen Münchnerinnen klingen auf „Camping“, als passierte alles das hinter verschieden starken Glasscheiben. Manchmal flüstern Candelilla ihre Lyrik hindurch, manchmal ruft es auch laut. Nur: Eben nicht so wie erwartet. Eher schon prallt Pfefferminz-Atem auf ganz dicke Panzergläser und stellt sich lautes Gebot auf dünnes, klares Eis. Ganz ohne unkontrollierte Gewalt. Candelilla haben Bock auf abstrakte Strukturen, vielschichtige Konstrukte und erlauben sich, den Hörer gar nicht erst an die Hand zu nehmen auf dem Weg in die Wüste.

Einige Textzeilen und Pointierungen auf dem neuen Album „Camping“ erinnern an die Goldenen Zitronen. Nur tanzen Candelilla dazu auf dem Indie-Wave-Rock-Bierdeckel, wo Schorsch Kamerun eine ganze Europalette für seine Wut benötigt. In „Transformer“ lugen kurz die Rainbirds durch den Zeittunnel. Wer aber nach vordergründig schönen Melodien sucht, ist bei Candelilla vs. „Camping“ falsch. Und wer das hier als just another Mädchending abtut, kann sich die schallende Ohrfeige sowieso gleich abholen. „Performance, Poesie, Politik, und Liebe“, sagt Andreas Spechtl, der es wissen muss. Ich hätte noch „Penetration“ als Produktinformatiker gewählt. Völlig asexsuell. Candelilla haben sich für „Camping“ als Albumtitel entschieden. Der öffnet Ebenen und Zugänge. Manchmal fühlt sich das an wie Die Heiterkeit auf 45 Umdrehungen und in wach. Ich weiß es doch auch nicht. Bringt die mal jemand mit Der Ringer zusammen? Das wäre auch spannend. Erstmal aber Golem: 22. April. (kel)

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