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Album der Woche: Theodor Shitstorm

Kennst du den Moment, in dem du dich erinnerst, dass die Hündin dich trotz deines deLuxen Vollgelabers kognitiv einfach nicht begreift? Ein Duett, das keines ist. Wegen zu großer Entfernungen in der Gesamtgemengelage. Am Ende wenigstens „Sitz“. Autositz dagegen bei Desiree Klaeukens und Dietrich Brüggemann alias Theodor Shitstorm. Ein Duo zu viert, das seine Definition von Duetten gefühlt aus alten Platten der seligen LiedermacherInnen zwischen 1978 und 1986 destilliert. Man stelle sich zum Beispiel mal vor, der noch vergleichsweise junge Reinhard Mey (oder doch Funny van Dannen?) hätte Désirée Nosbusch als Partnerin auserkoren gehabt. Hier sind es eben Klaeukens (die aus der Musik) und Brüggemann (der vom Film). Aber um noch einmal die eingangs gestellte These zu bemühen: Verstehen sich die beiden wirklich immer? Die Vermutung liegt nahe. Doch es bleibt ein Ja-Nein-Vielleicht.

„Sie werden dich lieben“ ist nämlich auf Albumlänge so herrlich spröde geraten, dass man den beiden alles abnehmen möchte, außer stets grenzenloser Harmonie. Egal ob sich einer den Tag beim schlechtesten Kaffee der Welt versauen lässt, die Slowakei gleich ein paar Stunden hinter dem Getriebeschaden liegt, zwei mit ihren Depressionen um die Häuserblöcke (und über Kitschgrenzen) tanzen oder einen Moment lang alles gesagt scheint. Musikalisch ist das hier auf „Sie werden dich lieben“ gut abgehangene Zweitware aus dem Indietroniker-SongwriterInnen-Regal. Wichtig, dass dem exakt so ist, denn vor den Arrangements lassen diese zwei ungleichen Menschen elf Kapitel von der Leine, die Aufmerksamkeit für glatt eine doppelte Menge einfordern. Für KopfhörerInnen und HundehalterInnen und für solche, die es werden wollen: Theodor Shitstorm, bitteschön. (kel)