Jahresabschluss. Ehe wir nach vorn blicken und uns auf all das freuen, was uns 2019 erwartet, schauen wir noch einmal zurück. Zurück ins Jahr 2018. Zurück auf die Shows im November und Dezember:

*** Disco Ensemble (1.11., Hafenklang) Es ist erstaunlich. Jedes Lied ein Kracher, alle kann ich mitsingen. Ich hatte fast vergessen, wie viele kleine feine Hits die Finnen im Repertoire haben. Daher stehen wir auch mit einem lachenden und einem weinenden Auge im Hafenklang. Wir können uns erfreuen jedoch nicht so recht freuen, da dies definitiv die letzte Show sein wird. Wir haben sie so oft gesehen. Doch nun soll Schluss sein. Die Hamburg Show bildet den Deutschland-Abschluss der Farewell-Tour. Auch die Band scheint sentimental, erinnert sich an die tollen Erlebnisse in Hamburg. Am Ende liegen sich alle in den Armen. Ein herzlicher und rührender Abschied. (cR) *** Villagers (6.11., Gruenspan) Solch eine Spielfreude, so sympathische Musiker, großartige Hits, ein rundum fantastisches Konzert, das ganz vorne in der persönlichen Best-of-Liste 2018 mitspielt. (eh) *** Dan Mangan (8.11., Mojo) Mangan darf wegen einer Erkrankung leider nicht laut singen – etwas, was seine Konzerte sonst so besonders macht. Dennoch und wohl auch dank Mikrophon-Technik hat es aber sicher niemand bereut, dabei gewesen zu sein. Wann passiert es schon mal, dass der Künstler selbst vorschlägt, dass doch sein Mitsing-Hit noch gespielt werden muss, obwohl das Publikum zunächst andere Songwünsche in den Raum ruft. Sympathisch! (eh)

*** Idles (9.11., Knust) Das Post-Punk-Phänomen der letzten Jahre meldete sich auch mit Album Nummer zwei eindrucksvoll und brachial zurück. Und das Konzert der Idles erfüllte alle Erwartungen: Es war laut, wild, heiß und stickig im Knust. So soll es sein. (dar) *** VSK (17.11., Mojo Club) Ist diese Crew nun ein Witz? Wenn ja, dann zumindest einer, der lustig bleibt, wenn man ihn öfters erzählt. Soll heißen: Es war wahnsinnig unterhaltsam, was die Jungs um KIZ und ihre Homies unter dem Pseudonym VSK im Mojo veranstaltet haben. Schön in Schale der guten alten 90er-Jahre geworfen zollten die Besucher dem verbalen Style-Kollektiv Respekt und rappten erstaunlich textsicher die Zeilen des Debüts “Wo die wilden Kerle flowen” mit. (dar) *** Arkells (18.11., Knust) Die Jungs aus Kanada haben es einfach drauf. Kein Wunder, dass sie daheim ganz lässig Arenen füllen. Von der ersten Minute an sind sie present. Stillstehen unmöglich. Charmant und kräftig einheizend zu gleich. Ihre Musik ist catchy, geht ins Blut. Wohl dem, der sie noch nie gesehen hat, der hat definitiv was verpasst! (cR) *** Parcels (20.11., Große Freiheit 36) Auch wenn sie in diesem Jahr auf extrem vielen Festival- und Konzertbühnen standen, kann man sich einfach nicht am unwiderstehlichen Groove dieser Jungs satt tanzen. Das Debütalbum blieb zwar etwas hinter den Erwartungen zurück, doch live sind die Parcels nach wie vor unwiderstehlich. So steil die Karriere der Jungs auch begann – es geht weiter bergauf! (dar)

*** Monolink (25.11., Uebel und Gefährlich) Elektronische Tanzmusik an einem Sonntagabend – warum nicht? Besonders wenn sie so melodiös und catchy daherkommt, wie von Monolink, der sichtlich erfreut die Songs seines Debütalbums “Amniotic” mit seiner Band im rappelvollen Uebel & Gefährlich dargeboten hat. (dar) *** John Grant (25.11., Kampnagel) Bestuhlte Konzerte sind so eine Sache und wenn jemand am Rand des Publikums aufsteht und direkt vom Saalpersonal zum Wiederhinsetzen genötigt wird, läuft doch etwas falsch. Grant hingegen macht alles richtig und nicht nur dank seines Faibles für deutsche Redewendungen wird es ein wie erwartet toller Abend. Er ist und bleibt halt der GMF that you’re ever gonna meet. (eh)
*** BirdPen (4.12., Nochtspeicher) Immerhin ist es halbvoll, der Dezember bietet auch einfach zu viele Möglichkeiten des Konzertvergnügens. Das düster-schöne des Dave Pen und des Mike Bird wirkt auch ohne vollen Speicher. Die mitgebrachten Gastmusiker ergänzen das Symbiotische der Gitarre von Bird und dieser Stimme von Pen. Ein rundum sehr guter Konzertabend mit bewegten Musikern. (tk) *** Johnny Marr (5.12., Gruenspan) This is Johnny! Johnny! Johnny fuckin Marr! Es waren viele Fans der Urband da, die auch auf ihre Kosten gekommen sind. Die Hits des jetzigen Johnny Marr brauchen sich aber auch nicht zu verstecken. Hi Hello und Easy Money rocken das ausverkaufte Haus und nach höflichen Zugaben gehen alle grinsend nach Hause oder warten am Bus noch auf einen Handschlag. (tk)

*** Gojira X-Mas Festival (9.12., Uebel & Gefährlich) Schrottgrenze, Kettcar und Tocotronic an einem Abend, pro Band 40 min – bzw. für die Tocos auch ein bisschen länger. Heimspiel für die Bands und Mitsinggarantie für die Gäste: Kettcar spielen trotz der kurzen Spielzeit einmal durch ihre Hitliste und auch Tocotronic bieten eine grandiose Setlist mit vielen alten Songs – es hätte nur noch “Freiburg” gefehlt und man wäre wunschlos glücklich in die Nacht des 2. Advents gegangen. Gerne nächstes Jahr eine Wiederholung! (eh) *** Chilly Gonzales (11.12., Laeiszhalle) Chilly über alles! Das Motto des Abends und der Entertainer im Morgenmantel entertained. Die Laeiszhalle ist einer seiner Lieblingsspielorte auf der Welt und sogar die Orgel darf sich eines Einsatz erfreuen. Eine bunte Mischung aus klassischem Klavier, Popsongs mit Cello und Schlagzeug sowie Geschichten des Meistererzählers. Über zwei Stunden fühlen sich an wie 10 Minuten – es hätte ewig so weitergehen können. (eh)

*** Selig (20.12., Gruenspan) Selig spielen Selig. Von “Sie hat geschrien” und “Mädchen auf dem Dach” über “Ohne Dich” und “Regenbogenleicht” bis hin zu “Fadensonnen”. Einmal das komplette Album durch. Nach einer kleinen Pause gab es noch einen Nachschlag mit unter anderem “Von Ewigkeit zu Ewigkeit”, was mich zu tränen rührte, so schön intensiv. Und überhaupt lag jede Menge Liebe in der Luft an dem Abend im ausverkauften, schwitzig-warmen Gruenspan, verstreut von Jan Plewka und seinen Bandkollegen und erwidert von den Menschen, die mit ihnen und den Selig-Texten groß geworden sind. Die perfekte Einstimmung auf eine besinnliche Weihnachtszeit und das schönste Flashback in die Neunziger, das man sich vorstellen kann. Handy in der Tasche, Hände in der Luft, einfach glücklich sein. Selig sein! (cR)

Und nun wünschen wir allen Lesern ein aufregendes Konzertjahr 2019 mit vielen guten Momenten mit alten Bekannten und spannenden Erlebnissen mit neuen Entdeckungen!

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