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Der ewige Spieler

„Wenn man eine gewisse Müdigkeit spürt, altersbedingt, muss man wieder Hunger kriegen“, lässt sich Achim Reichel zitieren. Am 25. Januar erscheint „Das Beste“ auf vierfach Vinyl (2 CD). Drei Tage vor dem 75. Geburtstag des Hamburger Künstlers, der mit zu dieser Ungelegenheit ausgeteilten Lebens-Superlativen vermutlich ähnlich gut um kann wie einst „Boxer Kutte“ mit Kniefall und blauen Augen. Mancher Lorbeer war halt schon immer schmutzig.

Aber ein bisschen „Aloha Heja He“ bimmeln lässt sich ja trotzdem. Zum Beispiel auf den insgesamt neununddreißig Liedern, die etwa Reichels souveränes persönliches Arrangement mit und auf den wilden Wellen der Neuen Deutschen Welle neben all die anderen traditionellen salzgetränkten Geschichten stellt. Idealerweise hört sich „Das Beste“ tatsächlich wie ein amtlicher Konzertbesuch. Einer mit reichlich Schatztruhen-Hashtags, weil sich (längst nicht nur) die gefühlt seltene Gelegenheit bietet, nochmal dem „Erlkönig“ als Reichels ureigene Uptempo-Ballade bis zum ächzenden Kind zu folgen. Oder Hans, Kuddel, Sophie, John, Nis, Herrn von Ribbeck und Pidder. Und wer in seiner ganz eigenen Playlist „Rolling Home“ neben den „Exxon Valdez“-Untergang platziert, ist vielleicht ganz nah dran am wahren und manchmal ziemlich wohltuend beklemmenden und fast immer hungrigen Humor des ewigen Achim Reichel. Laeiszhalle | 29. Oktober. (kel)