Husten. Ohne Corona-Wortspiel. Weil: Husten ist nicht gut, Husten sind gut. Sehr. Und Allstars. Husten sind Moses Schneider, Gisbert zu Knyphausen und der dünne Mann. Am 24. April haben sie, mal wieder, eine EP releast. „Wohin wir drehen“ heißt sie, beheimatet auf Kapitän Platte (Vinyl) und The Orchard (digital), fünf Songs stark. Noch besser: die Songs sind es auch.

Nenne es Indie, Pop oder ja, am Ende gefällt es und das mal wieder. Clever und verkopft, eigen, aber nicht schwer. Eher so: schön. Hier laufen “Wohin wir drehen” und “Bad Karma Boy” und “Ab ins Ungewiss“. Hier kannste das gute Stück bei den guten Menschen von Finest Vinyl kaufen. Und hier dein Ticket für die Show. Denn die Show am 20. Mai im Molotow ist ausverkauft. Die am 21. Mai nicht. Noch nicht. Noch was? Drei Fragen an der dünne Mann. Von Husten.

1) Im vierten Jahr in Folge eine neue EP – wieso EP, wieso nicht LP?
Husten ist die Band der Dogmen, von denen man dann irgendwann nichts mehr wissen will. Noch wollen wir aber, dass es jedes Jahr nur eine EP ist. Finden den Größenwahn unserer Plattenfirma Kapitän Platte toll, aus 14 Minuten Musik eine Platte mit Aufklappcover und farbigem Vinyl mit Siebdruck zu machen – zudem schaffen wir nicht mehr als fünf Lieder pro Jahr. Fünf gute zumindest.

2) “Wohin wir drehen” ist wieder anders, aber wieder Husten – doch was ist typisch Husten, was macht euch einzigartig?
Einzigartig ist ein großes Wort. Auf jeden Fall machen wir nur, worauf wir Lust haben. Es gibt Künstler, bei denen ist das toll, wenn sie im Prinzip immer dieselbe Platte machen (man denke nur an Ron Sexsmith oder ACDC). Bei Husten wäre das langweilig.

3) Wie fühlt es sich an, wenn man im Frühling 2020 schon weiß, was man im Herbst 2021 macht? Und wie sehr freut mich sich auf die Tour 2021?
Vielleicht sollten wir die Tour wirklich „Ich weiß, was du nächsten Sommer gemacht hast“ nennen. Ein Ticketkäufer schrieb gerade, er habe die Karte rund 860 Tage vor dem Auftritt gekauft. Riecht nach Rekord. Noch schlimmer: Ich weiß sogar schon, was ich im Frühjahr 2022 mache, eine Lesereise, da kommt endlich mein Roman raus.

Interview: Mathias Frank

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