Der “Fall Theaterkasse Schumacher“ bewegt viele Hamburger KonzertgängerInnen. Doch hätte sich die weitgehende Einstellung der Geschäftstätigkeiten verhindern lassen können? Hätten Rettungsschirme, Clubkombinate, Crowdfunding- und andere strategische Hilferufe die Lösung herbeigebracht? Wer in der Lage ist, über den Horizont hinaus zu denken, entscheidet sich nach vollumfänglicher Gesamtbewertung und unter starken Schmerzen ggf. dagegen. Der Inhaber und concert-news-Herausgeber Dirk Störmann hat genau das getan. Und vermutlich alles richtig gemacht.

Das auf der Theaterkasse Schumacher-Seite ausführlich beschriebene „Irgendwas mit Ende“ kann und muss man ohne jedes „Wenn“ brutal und ohne „Aber“ beschissen finden. Gleichzeitig muss diesem Dirk Störmann auch einfach mal bescheinigt werden, dass er in seiner eigenverantwortlichen Zeit als soloselbständiger Tickethändler einen sehr mutigen, stets maximal selbstreflektierten, enorm kreativen, empathischen, persönlichen, serviceorientierten, seriösen und somit exakt das Gegenteil von fahrlässigen Weg eingeschlagen hat. Eine Qualität, wie sie so gar nicht mehr selbstverständlich “in dieser Zeit” erscheint. Die concert-news-Redaktion dankt Dirk Störmann für seine sture Haltung, die immer auskommt, ohne den Kopf in den geliebten Nordseestrand zu stecken. Vorzugsweise übrigens rund um Husum, verdammt.

Das hier angedeutete Gesamtbild ist übrigens ein Grund dafür, dass alle RedakteurInnen diesen Blog seit vielen Jahren schreiben, ohne dass auch nur irgendwer in unserer Redaktion unmittelbar monetär davon profitieren würde. Das hier beschriebene Gesamtbild ist auch verantwortlich dafür, dass Dirk Störmann sich Rettungsaktionen verweigert, die eine Unterstützung perspektivisch ins übriggebliebene Nichts einer Geschäftsidee pumpen. Eine, in deren globalisierter Definition „LiebhaberInnen-Ticketing“ schon längst meist nur noch eine Worthülse ohne Inhalte bedeutet. Außer man erwirbt seine Zutrittsberechtigungen zum Kulturbetrieb in einem „Büdchen“ wie der „Theaterkasse Schumacher“.

Mit denen, die auch eine Verantwortung daran tragen, dass dies nun nicht mehr gegenüber des Rathausmarktes geschehen wird, müssen wir indes nicht über Covid-19-Folgen sprechen. Die wahren üblen und gefährlichen Geschäftsviren haben sich schon sehr viel länger systematisch in einem weltweit kranken Kreislauf eingenistet. (kel)

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