Wer zur Maxi-Version von Paso Dobles „Computerliebe“ in den legendären Achtzigern nicht mindestens eine fette Fuchsschwanz-Runde durch den Autoscooter-Parcours geballert ist, hat das Jahrzehnt nicht verstanden. Oder gehört zur elitären Riege derjenigen, die bis heute überzeugt sind, sich nicht erinnern zu können. Natürlich nur, um die nachträgliche Legitimation sicherzustellen, wirklich mit Haut und Haar dabei gewesen zu sein.

Die ein bisschen egale Neuigkeit: Paso Doble aus Pinneberg haben jüngst mit „Urknall“ ein in Teilen autobiographisches Album veröffentlicht. Viel spannender allerdings ist eine darob angetriggerte Zeitreise durch Paso Dobles frühere Extended Versions, Remakes und Coverversionen. Dass „Fantasie“ und „Herz an Herz“ neben „Computerliebe“ heute als zeitgenössische Meilensteine der schon deutlich abebbenden Neuen Deutschen Welle zählen, dürfte der einen oder anderen Musikerpolizeistaffel ad hoc ihre Laune vergällen. Mindestens ein bisschen mutig darf zugegeben auch Paso Dobles Idee zu finden sein, einige wirklich unantastbare NDW-Klassiker („Codo“, „Major Tom“, „Fred vom Jupiter“) interpretiert zu haben.

Am Ende des gesamten Back-Kataloges des leidenschaftlichen Duos und Paares steht aber die folgende Erkenntnis: Plastik-Gitarrenriffs aus dem Vorhof der Hölle gehen immer. Und: Sogar Kettcar würde etwas fehlen „wenn die Pinneberger weg sind“. (kel)

Share.

Comments are closed.