Das ist schon wieder so gut. Nur zwei Jahre nach dem grandiosen “The Octopus” kommen Amplifier mit dem nächsten Album um die Ecke und sorgen damit schon wieder für Begeisterung. Für heiße Ohren, viele Gedanken und – für Staunen. Denn was sie hier machen, klingt anders. Weder besser (was kaum möglich ist) noch schlechter (was uns überrascht hätte), sondern anders. Enstpannt nämlich, gelassen, ruhig, beschaulich, fast schon gemütlich. Und wunderschön.
Der Lärm ist weg, Amplifier haben aufgeräumt und klingen auch so. Ohne nur eine Sekunde sauber zu sein. Auch “Echo Street” ist ein Album zum Verstehen und Zuhören, ist verkopft und wirr und hier und da anstrengend. Doch im Vergleich eben weniger wuchtig, weniger laut. Da darf es auch mal eine zerbrechliche Ballade wie “Between Today And Yesterday” sein, lediglich bestehend aus Gitarre und Stimmen. Niedliche, fast schon naive Pop-Momente wie in “Mary Rose” und ein acht Minuten langes Ambient-Monster wie “Matmos“. Zum Verlieben, wieder einmal.
Und selbst die etwas krachigeren, die metallischen Töne versprühen eine gewisse Gelassenheit. Trotz allen Verzerrungen und Verwirrungen klingen Lieder wie “Extra Vehicular” (mit etwas über zwölf Minuten das längste Stück) oder “The Wheel” – und das hier jetzt keiner mit Dredg kommt! – in sich zufrieden und beruhigt. Nur nicht beruhigend. Dazu passiert hier einfach zu viel, in jedem Moment, mit jeder Note. Amplifier toben sie auch hier aus, lassen ihre Instrumente glühen, kreieren Effekte und wahnsinnige Atmosphären. Und machen wieder einmal alles richtig.
Am 21. April sind die drei Briten imKnust und wer keinen Punk mag, der schaut sie sich an. Zwingend. (mf)